Microsoft-Schriftzug

Aktie fällt aus allen Wolken Schönheitsfleck in der Microsoft-Bilanz

Stand: 23.07.2020, 06:58 Uhr

Mehr Notebooks, mehr Videoanrufe über Teams: der Heimarbeit-Trend hat Microsoft im abgelaufenen Quartal einen kräftigen Umsatzsprung beschert. Nur das Cloud-Geschäft wuchs nicht mehr so rasant. Prompt wird die Aktie abgestraft.

Die Börse kann manchmal gnadenlos sein. Obwohl Microsoft die Analysten-Erwartungen getoppt hat, rutschte die Aktie Im nachbörslichen Handel um mehr als zwei Prozent nach unten. Sie zog auch Amazon mit in die Tiefe.

Cloud-Wachstum erstmals unter 50 Prozent

Anleger zeigten sich verschnupft darüber, dass der wichtigste Wachstumstreiber des Windows-Konzerns an Dynamik verliert. Microsofts Cloud-Plattform Azure verzeichnete im Zeitraum von April bis Ende Juni nur noch ein Plus von 47 Prozent. Das ist das erste Mal, dass der Anstieg unter 50 Prozent liegt. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch bei 59 Prozent gelegen.

Besser lief's für die Microsoft-Sparte, in der das Geschäft mit dem Windows-Betriebssystem, den hauseigenen Surface-Computern und der Spielkonsole Xbox gebündelt ist. Sie steigerte den Umsatz um 14 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Analysten hatten sich auf etwa 11,5 Milliarden eingestellt. In der Corona-Krise bekam aber auch der lange schwächelnde PC-Markt wieder Rückenwind durch Notebook-Käufe für Homeoffice.

Konzernumsatz deutlich höher als erwartet

Insgesamt erhöhte der Softwarekonzern die Erlöse im Jahresvergleich um 13 Prozent auf gut 38 Milliarden Dollar. Am Markt waren nur um die 36,5 Milliarden Dollar erwartet worden.

Der Gewinn in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal sank unterdessen um 15 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Microsoft hatte vor einigen Wochen die Schließung des Großteils seiner hauseigenen Einzelhandelsläden angekündigt, was die Bilanz mit 450 Millionen Dollar belastete.

nb