Microsoft-Chef Satya Nadella
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Die Cloud-Dienste sind der Renner Microsoft: Quicklebendig wie nie

Stand: 27.10.2017, 09:10 Uhr

Wie Amazon profitiert auch Microsoft weiter stark von der Cloud. Der Umsatz des einst vor allem auf Windows und Office-Programme ausgerichteten Software-Riesen macht deshalb einen Riesensprung.

Im Geschäft mit Diensten aus dem Netz stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar. Die Infrastruktur-Plattform Azure verbuchte gar ein Plus von 90 Prozent. Sie ist inzwischen das Flaggschiff des Konzerns. Auf ihr können Unternehmen ihre Websites, Apps und Daten verwalten. Azure konkurriert mit Amazons Cloud-Dienst AWS. Zu den Rivalen gehören aber auch Google, IBM und der deutsche Softwarekonzern SAP. Genaue, durch Azure generierte Erlöse nennt Microsoft bisher nicht.

Auch das Geschäft mit Produktivitäts-Software wie Office läuft weiter prächtig. Der Umsatz in dem Bereich stieg im dritten Quartal um 28 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar - zum großen Teil auch dank der Cloud-Variante, die ein Plus von 42 Prozent verbuchte. Bei den hochgerechneten Jahreserlösen mit Cloud-Angeboten für Geschäftskunden knackte Microsoft erstmals die Marke von 20 Milliarden Dollar - und erreichte damit dieses Ziel früher als angepeilt.

Tochter Linkedin macht noch Verluste

Insgesamt legte der Umsatz im vergangenen Quartal um zwölf Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn in dem Ende September abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal kletterte um 16 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar, wie Microsoft nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Zum Anstieg der Erlöse trug mit 1,1 Milliarden Dollar auch das übernommene Karriere-Netzwerk Linkedin bei. Allerdings verbuchte die neue Tochter einen operativen Verlust von 294 Millionen Dollar. Microsoft hatte LinkedIn Ende vergangenen Jahres für rund 27 Milliarden Dollar gekauft.

PC-Sparte stabilisiert

Der Umsatz der PC-Sparte, zu der unter anderem das Betriebsprogramm Windows 10 zählt, stabilisierte sich im Berichtszeitraum. In dieser Sparte hatte Microsoft zuletzt Einbußen verbucht. Der PC-Markt ist in den vergangenen Monaten weiter gesunken. Zu seinem Hardware-Geschäft mit Geräten wie dem Surface-Tablet nennt Microsoft weiterhin keine ausführlichen Zahlen, gab aber bekannt, dass der Surface-Umsatz im Quartal um zwölf Prozent zulegte.

An der Wall Street wurden die Zahlen mit Wohlwollen aufgenommen. Die Microsoft-Aktie stieg nachbörslich um rund vier Prozent auf einen Rekordwert von mehr als 81 Dollar.

lg