Homeoffice

Deutlich mehr Gewinn Homeoffice-Trend lässt bei Microsoft die Kasse klingeln

Stand: 30.04.2020, 10:39 Uhr

Weil wegen Corona viele Menschen zuhause statt im Büro schuften, brummt bei Microsoft das Geschäft mit Software für Videokonferenzen. Gewinn und Umsatz stiegen im abgelaufenen Quartal zweistellig.

 Microsoft-Chef Satya Nadella

Satya Nadella. | Bildquelle: ANSA, picture alliance / dpa

Microsoft-Chef Satya Nadella freut sich über den Digitalisierungsschub durch Corona. "Wir haben ein Ausmaß digitaler Transformation von zwei Jahren in zwei Monaten erlebt", sagte Nadella in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Vor allem die Kooperations-Software Teams boomt. Wegen der Ausgangsbeschränkungen sprangen im gesamten Monat März die Videoanrufe über Teams um 1.000 Prozent in die Höhe. So komme Microsoft Teams jetzt auf 75 Millionen Nutzer täglich. Das ist doppelt so viele wie noch Anfang März. Konkurrent Zoom zählt inzwischen 300 Millionen Nutzer.

15 Prozent mehr Umsatz

Wegen der florierenden Nachfrage nach Software für das Arbeiten am heimischen Schreibtisch und Cloud-Lösungen kletterte der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um 15 Prozent auf 35 Milliarden Dollar. Neben Teams waren auch die Office-Büroprogramme und die von vielen Apps genutzte Cloud-Plattform Azure gefragt. Auch beim Betriebssystem Windows und Microsofts "Surface"-Tablets lief es besser als erwartet, weil verstärkt mobile Geräte gekauft worden seien.

Cloud-Geschäft floriert

Das Cloud-Geschäft insgesamt legte um 27 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar zu. Bei Microsofts Cloud-Flaggschiff, der Azure-Plattform für Unternehmen, stiegen die Erlöse gar um 59 Prozent. Seit vielen Quartalen baut Microsoft sein Cloud-Geschäft aus und profitiert davon, dass immer mehr Unternehmen darauf verzichten, eigene, teure Rechenzentren zu betreiben. Stattdessen nehmen sie lieber die Dienste von Cloud-Plattformen in Anspruch, die ihnen auf externen Servern Speicherplatz sowie Anwendungen zur Verfügung stellen. Mit Azure ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter AWS von Amazon aufgestiegen.

Der Bereich, in dem unter anderem die Office-Bürosoftware untergebracht ist, wuchs um 15 Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar. Dabei profitiert Microsoft vom Trend, dass Kunden für viele Produkte wie Office inzwischen zu großen Teilen im Abo bezahlen.

Selbst PC-Sparte schafft kleines Wachstum

Der Umsatz der PC-Sparte mit Windows, der Xbox-Spielekonsole und den "Surface"-Geräten wuchs dagegen nur um drei Prozent auf elf Milliarden Dollar. Für diesen Bereich hatte der Konzern wegen der Corona-Pandemie im Februar vorsorglich eine Umsatzwarnung abgegeben. Die Lieferketten in China erholten sich jedoch etwas schneller als gedacht.

Unter dem Strich verdiente Microsoft 22 Prozent mehr, nämlich 10,8 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen. Die Aktie legt am Morgen am deutschen Aktienmarkt um gut vier Prozent zu. Damit nähert sich der Hightech-Titel seinem Rekordhoch vom Februar.

nb