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Zweistelliges Wachstum Microsoft: Besser kann's gar nicht laufen

Stand: 19.07.2019, 17:24 Uhr

Das wertvollste Unternehmen der Welt ist am Abend noch ein Stück wertvoller geworden: Die Anleger von Microsoft begrüßten die vorgelegten Quartalszahlen mit einem Freudensprung. Zu Recht, wie ein Blick auf die Bilanz zeigt.

Im abgelaufenen Geschäftsquartal bis Ende Juni schoss der Gewinn des Softwareriesen im Jahresvergleich um 49 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar in die Höhe. Das lag zwar auch maßgeblich an einer Steuergutschrift über 2,6 Milliarden Dollar, doch auch das operative Ergebnis legte um starke 20 Prozent zu.

Microsoft verdient vor allem prächtig an seinem boomenden Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet. Beim Flaggschiff - der Azure-Plattform für Unternehmen - kletterte der Umsatz um 64 Prozent ein beeindruckender Wert. Allerdings lag das Wachstum im Vorjahreszeitraum noch bei 89 Prozent und im Vorquartal bei 73 Prozent.

Mit "Azure" ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter "AWS" von Amazon aufgestiegen. Den beiden Anbietern und Google ist gemein, dass sie zum einen Privat- wie auch Geschäftskunden Speicherplatz in der Datenwolke zur Verfügung stellen. Zum anderen verkaufen sie die dafür nötige Software.

Brummendes Cloud-Geschäft

Microsoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die Cloud-Dienste sind ein großer Teil des Erfolgsrezepts, mit dem Konzernchef Satya Nadella Microsoft seit seinem Amtsantritt 2014 zu einem kaum für möglich gehaltenen Comeback verholfen hat. In der kommenden Woche, am 25. Juli, wird sich zeigen ober der Branchenprimus im Cloud-Geschäft, Amazon, den Wachstumsraten von Microsoft folgen kann.

Doch auch in vielen anderen Sparten brummt das Geschäft. Das 2016 übernommene Online-Karriereportal LinkedIn erhöhte den Umsatz um ein Viertel. Microsofts Web-Version des Büroprogramms "Office 365" legte um starke 31 Prozent zu.

800 Millionen PC auf Windows 10

Selbst die Windows-Sparte „More Personal Computing“ schaffte ein Umsatzplus von vier Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Viele Unternehmen stellen derzeit ihre auf Windows 7 oder Windows 8 laufenden Systeme auf das neue Betriebssystem Windows 10 um. Der Rückenwind, den Microsoft dadurch bekommt, wird nach Einschätzung von Microsoft-Finanzvorstand Amy Hood noch zwei weitere Quartale anhalten. Windows 10 laufe bereits jetzt auf 800 Millionen Geräten weltweit.

 Microsoft-Chef Satya Nadella während eines Vortrages über Cloud-Lösungen

Microsoft-Chef Satya Nadella präsentiert Cloud-Lösungen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Insgesamt steigerte der Konzern die Erlöse um zwölf Prozent auf 33,7 Milliarden Dollar. Sowohl Gewinn als auch Umsatz lagen über den Erwartungen der Analysten. Anleger reagierten deshalb positiv: Die Aktie stieg um drei Prozent auf ein Rekordhoch von 140,67 Dollar. Dazu trug neben den Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsquartal auch der positiv aufgenommene Ausblick auf das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei.

Über eine Billion Dollar wert

An der Börse ist Microsoft derzeit ohnehin das Maß aller Dinge. Der Konzern hat Apple und Amazon als wertvollste Aktiengesellschaft überholt und ist aktuell das einzige Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Kurs mit fast 35 Prozent im Plus. Das ist umso beeindruckender, da bis zur Übernahme durch Nadella eigentlich niemand dem Unternehmen zugetraut hätte, wieder an alte Zeiten anzuknüpfen, galt Microsoft doch als Technologie-Dinosaurier, der sich mit den Emporkömmlingen wie Amazon, Google oder Facebook nicht würde messen können.

lg/dpa-afx/rtr

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