Daniel Křetínský

Paukenschlag Metro: Bald das nächste Übernahmeangebot?

Stand: 01.11.2019, 09:39 Uhr

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hat seinen Anteil am Metro-Konzern weiter deutlich ausgebaut. Er kommt aber nur ganz knapp um ein Übernahmeangebot herum.

Kretinskys Investmentgesellschaft EPGC hat nach eigenen Angaben weitere Metro-Aktien von der Duisburger Familienholding Haniel übernommen und hält damit 29,99 Prozent der Metro-Stammaktien. Mit dem neuen Anteil kommt die Gesellschaft knapp um ein erneutes Übernahmeangebot für die Metro herum. Ein solches Pflicht-Übernahmeangebot wäre bei einem Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent vorgeschrieben.

Allerdings muss es dabei nicht bleiben. Denn "EPGC hat ein fortbestehendes Optionsrecht, um weitere Stammaktien der Metro AG von Haniel zu erwerben", teilte Kretinskys Anlagevehikel mit. Zuletzt hatte EPGC rund 17,52 Prozent der Anteile kontrolliert.

Zukünftig will die EPGC sich auch innerhalb des Metro-Konzerns stärker mitreden. Man strebe eine angemessene Repräsentation im Metro-Aufsichtsrat an, bekräftigte die Gesellschaft.

Erstes Übernahmeangebot gescheitert

Kretinsky hatte bereits im Sommer versucht, den Düsseldorfer Konzern für je 16,00 Euro je Stammaktie und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie zu übernehmen. Seine Investmentgesellschaft EPGC hatte aber nach eigenen Angaben das selbst gesteckte Ziel der Übernahme von 67,5 Prozent der Stammaktien verfehlt, das Kretinsky zur Bedingung für seine Offerte gemacht hatte. EPGC hatte nur 41,7 Prozent der Aktien angedient bekommen.

Kretinsky, der im vergangenen Jahr zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac bei Metro eingestiegen war, wollte den Düsseldorfer Konzern ganz übernehmen und letztlich von der Börse nehmen. Aufsichtsrat, Management und die zwei Großaktionäre Beisheim und Meridian hatten die Offerte indes als zu niedrig abgewiesen. Die beiden verfügen zusammen über 20,63 Prozent der Aktien.

Neben dem Handel engagiert Kretinsky sich auch bei Medien-Unternehmen. In Deutschland ist er auch bei ProSiebenSat.1 eingestiegen.

ME/dpa/rtr