Fahnen mit Metro-Logo vor Unternehmenszentrale

MDax-Konzern hält an Jahresprognose fest Metro: Russland-Geschäft drückt Ergebnis

Stand: 12.02.2019, 10:28 Uhr

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat das Ergebnis von Metro deutlich gelitten. Vor allem der schwache Handel in Russland belastete. Die flächenbereinigten Erlöse konnten die Düsseldorfer hingegen steigern.

Der Handelskonzern litt im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 unter negativen Währungseffekten sowie Preissenkungen in Russland. Das um Immobilientransaktionen bereinigte Ergebnis (Ebitda) sank um knapp sieben Prozent auf 470 Millionen Euro. Analysten hatten mit 472 Millionen Euro gerechnet.

Unter dem Strich ging der Gewinn um knapp 13 Prozent auf 202 Millionen Euro zurück. Im fortgeführten Geschäft - also ohne die zum Verkauf stehende Supermarktkette Real - lag der Gewinn mit 181 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Trendverbesserung in Russland

Wie der Konzern bereits Mitte Januar erklärt hatte, sank der Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal um 0,6 Prozent auf acht Milliarden Euro. Währungsbereinigt lagen die Erlöse allerdings mit bei 2,1 Prozent im Plus. Vor allem negative Wechselkurseffekte in Russland und der Türkei belasteten die Zahlen.

Der Konzern war durch eine verfehlte Preisstrategie in dem hart umkämpften russischen Markt ins Straucheln geraten. Das Management in Russland wurde ausgewechselt und die Strategie umgestellt.

So konnte Metro den Abschwung im Russlandgeschäft etwas bremsen. Dort ging der flächenbereinigte Umsatz zwar im ersten Quartal um 2,4 Prozent zurück. "Am Markt hatte man aber mit einem Minus von vier Prozent und mehr gerechnet", sagte ein Händler bereits im Januar.

Ergebnisse im Rahmen

Analysten sahen die Ergebnisse des Auftaktquartals des Geschäftsjahres im erwarteten Rahmen - trotz der sinkenden Profitabilität in Russland, wie Experte Nicolas Champ von Barclays erklärte.

Das alles erfreute die Anleger offenbar. Die Metro-Aktien waren am Dienstag im MDax sehr gefragt und stiegen um über drei Prozent. Die Papiere des Handelskonzerns liefen in der Spitze bis auf wenige Cent an das jüngste Zwischenhoch bei 15,335 Euro heran. Für Beruhigung sorgte zudem der bestätigte Jahresausblick.

Stabile Jahresprognose

Vorstandsvorsitzender der Metro Group, Olaf Koch,

Olaf Koch. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Früheren Aussagen zufolge dürfte das Ebitda um zwei bis sechs Prozent zurückgehen. Den erwarteten Rückgang hatte Metro-Chef Olaf Koch Mitte Dezember mit dem andauernden Umbau des Russlandgeschäfts sowie den Kosten für die Digitalisierung begründet.

Der Umsatz soll hingegen um ein bis drei Prozent zulegen. Währungseffekte und Ergebnisbeiträge aus Immobiliengeschäften sind bei den Prognosen nicht berücksichtigt. Auch Real ist nicht enthalten.

Metro-Chef erwartet Angebote für Real

Die zum Verkauf gestellte Supermarktkette verbuchte im ersten Quartal bei einem Umsatzrückgang beim Ertrag ein deutliches Minus: Das Ebitda brach auf von 104 auf 52 Millionen Euro ein.

In Kürze würden Angebote erwartet, sagte Vorstandschef Olaf Koch in einer Telefonkonferenz am Dienstag in Düsseldorf. Dabei gebe es eine "gute Anzahl von Interessenten" für das Geschäft. Koch zeigte sich daher zuversichtlich, im dritten Quartal einen Verkaufsvertrag unterzeichnen zu können. Metro will sich von dem schwächelnden Geschäft trennen und sich ganz auf den Großhandel konzentrieren.

Bisher gutes Jahr für die Metro-Aktien

Seit Mitte Dezember konnten die Papiere nun um mehr als 29 Prozent an Wert zulegen. Zuletzt hatten Übernahmefantasien die Metro-Titel klettern lassen.

Insiderberichten zufolge arbeiten der tschechische Braunkohle-Milliardär und Großaktionär Daniel Kretinsky und sein Partner Patrik Tkac an einem Finanzierungspaket zum Kauf weiterer Anteile. Bis März solle ein Konzept vorliegen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen im Januar gegenüber "Reuters".

Metro und Ceconomy

Metro und Ceconomy. | Bildquelle: Unternehmen, Grafik: boerse.ARD.de

Kretinsky hält 7,3 Prozent an Metro und hat eine Option für weitere 15,2 Prozent aus dem Haniel-Fundus. Auch am Elektronikhändler Ceconomy ist Kretinsky beteiligt, so dass am Ende ein Anteil von mehr als 30 Prozent stehen könnte. Dies würde ein Übernahmeangebot auslösen.

tb