Real-Markt in Köln
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Fokus auf Großhandel Metro verkauft Real

Stand: 14.09.2018, 08:35 Uhr

Ab heute ist Real im Schaufenster: Metro startet den Verkaufsprozess. Der Aktie bekommt das ziemlich gut.

Der Vorstand von Metro "hat heute beschlossen, einen Veräußerungsprozess für das Einzelhandelsgeschäft Real und die damit zusammenhängenden Geschäftsaktivitäten zu beginnen", hieß es am Donnerstag nach Handelsschluss in einer Pflichtmitteilung des Konzerns.

Auf einer Telefonkonferenz wurde das Management nun konkreter. Metro will Real möglichst im Gesamtpaket verkaufen. Ziel bei der Trennung von Real sei es, dass die Kette ihren begonnenen Weg in die Zukunft fortsetzen solle, sagte Metro-Chef Olaf Koch auf einer Telefonkonferenz.

Zur Bewertung wollte sich Koch nicht äußern. Wir wissen, dass es Interesse für Real gibt." Metro sei bereits in der Vergangenheit von Interessenten für die Kette kontaktiert worden. Damals sei der Konzern aber noch nicht bereit für einen Verkauf gewesen.

282 Märkte

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ARD-Börse: Metro, Kaufhof & Co - Turbulenzen im Einzelhandel

Zu Real gehören nach Konzernangaben in Deutschland 282 Märkte und rund 34.000 Mitarbeiter an 65 Standorten. Probleme bei der Supermarktkette und die anhaltende Schwäche im Russland-Geschäft hatten zuletzt deutliche Spuren in der Metro-Bilanz hinterlassen. Im dritten Quartal sanken Umsatz und Gewinn. Metro steuerte unter anderem mit Kostensenkungen bei Real dagegen. Die Gewerkschaft Verdi antwortete im Sommer mit Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen.

"Das ist die richtige strategische Entscheidung", sagte ein Händler zu dem geplanten Verkauf. Die im MDax notierten Metro-Stammaktien reagierten positiv auf die Pläne. Das Papier notiert an der Börse Tradegate bei bis zu 14,18 Euro und damit fast vier Prozent dem gestrigen Niveau des Xetra-Handels.

Metro und Ceconomy

Metro und Ceconomy. | Bildquelle: Unternehmen, Grafik: boerse.ARD.de

bs/ME

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Metro: Die bewegte Firmengeschichte des Handelsriesen Ein Rückblick

Metro-Gründer Otto Beisheim

Die Geschichte der Metro beginnt 1963 mit der Eröffnung des ersten SB-Großmarktes in Essen. Gründer waren die Brüder Ernst Schmidt und Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck, die den Cash+Carry-Trend aus den USA importierten. 1964 stieß im Zuge der weiteren Expanison der spätere Mitgesellschafter Otto Beisheim (1924-2013) hinzu, ohne den die Metro-Geschichte nicht zu erzählen wäre. Er stellte unter anderem 1966 den Kontakt zur Duisburger Unternehmerfamilie Haniel her und überzeugte sie vom Einstieg bei Metro. Dabei wurde Beisheim selbst zum Gesellschafter. Die Investmentholding Franz Haniel & Cie. ist noch heute an Metro beteiligt und eines der größten familiengeführten Unternehmen in Deutschland mit zahlreichen Beteiligungen. Im Gefolge expandierte Metro Cash & Carry stetig und schaffte auch den Sprung ins europäische Ausland.