Einkauf bei Metro

Reger Online-Handel belebt Ceconomy Beiden "Metros" tut Aufspaltung gut

Stand: 31.08.2017, 08:35 Uhr

Nach der Aufspaltung des Metro-Konzerns im Juli legen die beiden Konzernteile erstmals ihre Quartalsbilanzen vor. Die zeigen, beide sind auf Wachstumskurs. Elektronikhändler Ceconomy profitiert vom Online-Geschäft, der Lebensmittel- und Großhändler Metro vom Rubel.

Russland ist für Metro Wholesale & Food ein Wachstumsmarkt. Das schlägt sich positiv in den Geschäften nieder. Von April bis Juni steigerte Metro seine Umsätze um fünf Prozent auf 9,34 Milliarden Euro. Dabei kam den Erlösen auch der stärkeren russische Rubel zugute. Rechnet man Zukäufe und Währungsgewinne heraus, stieg der Umsatz aber immer noch deutlich um 3,7 Prozent.

Auf der Ergebnisseite schwächelt Metro allerdings etwas. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) ging unter anderem wegen geringerer Erträge aus Immobiliengeschäften um vier Prozent auf 230 Millionen Euro zurück. Die Metro habe sich operativ stark entwickelt, erklärte Vorstandschef Olaf Koch. Eine Prognose für den Rest des Geschäftsjahre, das Ende September ausläuft, wollte der Konzern nicht geben.

Ceconomy im Minus

Auch die Zahlen des im MDax notierten Elektronikhändlers Ceconomy zeugen von guten Geschäften. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um gut ein Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Das starke Onlinegeschäft halb Ceconomy auf die Sprünge geholfen. Er steuert inzwichen knapp elf Prozent der Umsätze bei.

Dank einer stärkeren Kostenkontrolle verbesserte das Unternhemen seine Profitabilität. Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) verringerte sich von 83 auf 61 Millionen Euro. Im Ende September auslaufenden Geschäftsjahr 2016/17 soll der Umsatz leicht steigen, das bereinigte Ebit ebenfalls den Vorjahreswert von 466 Millionen Euro überrunden. An Investitionen hat Ceconomy bis zu 350 Millionen Euro eingeplant.

Das Anlegerinteresse richtet sich aber mehr auf die Strategie der ehemaligen Metro-Elektronikhandelssparte als auf das Zahlenwerk. Ceconomy-Aktien legen im frühen Handel knapp ein Prozent zu. In den letzten Tagen hatte es schlechte Branchennachrichten gegeben, der britische Ceconomy-Rivale Dixons Carphone hatte seinen Ausblick gesenkt.

Die Anteilsscheine von Metro notieren nahezu unverändert.

Metro und Ceconomy

Metro und Ceconomy. | Bildquelle: Unternehmen, Grafik: boerse.ARD.de

Die "alte" Metro hatte hatte sich im Sommer aufgespalten in zwei unabhängige Unternehmen: einen Lebensmittelhändler namens Metro und einen Elektronikhändler namens Ceconomy, zu dem im Kern die Elektronikketten Media Markt und Saturn sowie der Onlinehändler Redcoon gehören.

Die Ceconomy-Aktie ging aus der alten Metro-Aktie hervor und ist daher bereits im MDax notiert. Die neu enstandene Metro-Aktie hat gute Chancen ebenfalls in den Nebenwerteindex aufzusteigen. Nächste Woche entscheidet die Börse routinemäßig über die Zusammensetzung der Indizes und etwaige Veränderungen.

bs