Zwei rote Boxhandschuhe gegeneinander

Anteil ausgebaut Metro-Altaktionäre vs. Daniel Kretinsky

Stand: 21.01.2020, 13:16 Uhr

Die Gründeraktionäre des Handelskonzerns Metro haben ihre Beteiligungen an der Gesellschaft zu einer faktischen Sperrminorität ausgebaut. Damit stärken sie ihre Position gegenüber dem tschechischen Braunkohle-Milliardär Daniel Kretinsky.

Gemeinsam verfügten die Gründeraktionäre nun über etwa 23,06 Prozent der Metro-Stammaktien, teilten die Meridian Stiftung und die Beisheim Gruppe am Dienstag mit. Damit hätten sie ein Quorum erreicht, das aufgrund der Erfahrung in vergangenen Hauptversammlungen eine faktische Sperrminorität erwarten lasse.

Signal der Stärke

Für eine echte Sperrminorität sind eigentlich mehr als 25 Prozent der Stimmrechte notwendig. Allerdings sind bei Hauptversammlungen meist nicht alle Aktionäre vertreten.

Die beiden Altaktionäre senden damit ein deutliches Signal in Richtung Daniel Kretinsky. Seit November 2019 ist der tschechische Braunkohle-Milliardär mit seiner Investmentgesellschaft EPGC der größte Metro-Aktionär.

Daniel Křetínský

Hat im Metro-Führungszirkel nicht viele Freunde: Daniel Kretinsky. | Bildquelle: picture alliance/Ondrej Deml/CTK/dp

Metro-Manager erleichtert

Das Metro-Management begrüßte ausdrücklich das Engagement der Altaktionäre. Kein Wunder, fürchtet die Metro-Führung um Konzernchef Olaf Koch doch, sich mit Mehrheitsgesellschafter Kretinsky einen äußerst unangenehmen Aktionär eingehandelt zu haben. Alles, was seine Macht beschneidet, scheint da nur Recht.

Der Milliardär hatte im Sommer versucht, Metro zu übernehmen – zu einem unangemessenen Schnäppchen-Preis, wie damals die Leitung des deutschen Konzerns befand. Die Aktionäre sahen dies offenbar ähnlich: Kretinsky hatte 16 Euro pro Stamm- und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie geboten, die Mindestannahmeschwelle aber klar verfehlt.

Aktienkurs weiter unter Druck

Nach dem Scheitern der Übernahme hatte Kretinsky erklärt, angesichts der Bewertung seines Angebots müsse sich das Metro-Management nun selbst übertreffen und zeigen, dass es tatsächlich einen deutlich höheren Aktienkurs erreichen könne.

Diesen Beweis ist die Metro-Führung allerdings bislang schuldig geblieben. Der Kurs der Inhaber-Stammaktien dümpelt aktuell auf einem Zwölf-Monats-Tief bei 13 Euro.

Das ist Kochs Strategie

Fahnen mit Metro-Logo vor Unternehmenszentrale

Spannende Zeiten für Metro(-Aktionäre). | Bildquelle: picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

Metro-Chef Olaf Koch will den Konzern vollständig auf das Geschäft rund um den Großhandel konzentrieren. Koch will sich dazu auch von der Supermarktkette Real trennen. Den Verkauf will er bis Ende des Monats und damit noch vor der Hauptversammlung am 14. Februar in trockene Tücher bringen.

Kretinsky will das Aktionärstreffen derweil auch nutzen, um einen ersten Vertreter in den Metro-Aufsichtsrat zu entsenden. Der italienische Manager Marco Arcelli, der für Kretinskys EPH-Gruppe aktiv ist, soll in das Kontrollgremium gewählt werden.

ag