Merck-Logo vor Unternehmensgebäude

Trotz Prognoseerhöhung Anleger strafen Merck ab

Stand: 09.08.2018, 07:53 Uhr

Der Umsatz stagniert fast, unter dem Strich stürzt der Gewinn ab. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern hat mit starken Währungseffekten zu kämpfen. Die Anleger reagieren prompt und streng.

Mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent auf rund 87 Euro sacken die Titel von Merck an das Dax-Ende. Die Aktie habe zuletzt einen guten Lauf gehabt, kommentierte  ein Händler die Kursreaktion. Angesichts der Quartalsergebnisse und des bekräftigten Ausblicks gebe es nun zunächst keinen Grund, die Papiere zu kaufen.

Währungseffekte kosten Performance

Dabei ging es zumindest beim Umsatz immerhin minimal vorwärts. Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse um etwa ein halbes Prozent auf 3,71 Milliarden Euro. Organisch wurde ein Umsatzwachstum von 5,2 Prozent erzielt, wie das Management mitteilt. Insbesondere die beiden Unternehmensbereiche Life Science mit einem Plus von 7,7 Prozent sowie das Segment Healthcare, das um 4,7 Prozent wuchs, hätten dazu beigetragen. Die negativen Währungseffekte beziffert Merck mit 4,7 Prozent oder in Zahlen: 174 Millionen Euro.

Das bereinigte Ebitda entwickelte sich deutlich in die andere Richtung: Es sank um fast 14 Prozent auf 920 Millionen Euro. Noch finsterer sieht es unter dem Strich aus: Merck verblieben 247 Millionen Euro nach 426 Millionen im Vorjahr.   

Prognose leicht erhöht

Das Management rechnet aber damit, dass die Währungsbelastungen im laufenden Jahr geringer würden. Im Vergleich zum ersten Quartal hätten sich die Belastungen aus dem starken Euro und verschiedenen Währungen aus Schwellenländern abgeschwächt, erklärte das Unternehmen. Das hat positive Auswirkungen auf die Prognose.      

Unter Berücksichtigung des geplanten Verkaufs des Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten an Procter & Gamble erwartet der Konzern einen Umsatz von 14,1 bis 14,6 Milliarden Euro statt wie zuvor von 14,0 bis 14,5 Milliarden. Im Vorjahr waren es 14,5 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis dürfte nach 4,25 Milliarden weiterhin auf 3,75 bis 4,0 Milliarden sinken.

ts

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