Kapseln auf Merck-Logo

Mehr Dividende Versum-Kauf lässt Merck glänzen

Stand: 05.03.2020, 09:15 Uhr

Die Übernahme der US-Firma Versum hat Merck zum Jahresende Schwung gegeben. Auch die Dividende soll steigen. Aber vor allem interessieren sich die Anleger derzeit für die eventuellen Folgen des Coronavirus.

Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns zog im vierten Quartal um 27 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro an. Neben dem Kauf des Elektronikmaterialienherstellers trugen dazu auch gute Geschäfte im Pharmabereich und der Sparte Life Science bei, die Produkte für die Pharmaforschung anbietet. Positiv wirkten sich auch Währungseffekte aus.

Der Umsatz legte um fast 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Im Gesamtjahr setzte Merck 16,1 Milliarden um, ein Plus von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis (Ebit) kletterte 2019 um 22,8 Prozent auf 2,1 Milliarden. Die Dividende soll von 1,25 Euro im Jahr 2018 auf 1,30 steigen.

Corona-Folgen schwer absehbar

2020 soll es weiter aufwärts gehen: Merck strebt einen starken organischen Anstieg des bereinigten Ebitda an und ein "solides organisches Umsatzwachstum". Die möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf das Geschäft seien derzeit schwer zu bestimmen.

Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
105,30
Differenz relativ
+2,13%

Wenn die Epidemie aber im Laufe des zweiten Quartals abklinge und sich die Lage im zweiten Halbjahr normalisiere, rechne Merck mit einem negativen Effekt von einem Prozent auf den Umsatz in diesem Jahr. Sollte sich die Krise dagegen ausweiten, müsse der Konzern seine Prognose anpassen.

Im abgelaufenen Jahr stieg die Merck-Aktie um 17 Prozent. Im frühen Handel springt der Dax-Titel um mehr als vier Prozent auf über 119 Euro an.    

ts/rtr

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