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Forschungsallianzen zahlen sich aus Merck mit starkem Ergebnis

Stand: 08.08.2019, 10:01 Uhr

Forschungspartnerschaften für Medikamente sei Dank: Dank hoher Meilensteinzahlungen hat der Spezialchemie- und Pharmakonzern Merck ein starkes Quartal hinter sich. Auch das Tagesgeschäft läuft rund.

Millionenschwere Zahlungen von Allianzpartnern kommen dem Familienunternehmen im Pharmageschäft zugute - etwa bei einer Zulassung des Krebsmittels Bavencio in Kombination mit einem vom US-Riesen Pfizer entwickelten Wirkstoffs. Das brachte Merck rund 35 Millionen Euro ein.

Um die teure Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Arzneien zu schultern, hat sich Merck mit mehreren Pharmakonzernen verbündet. Bei Erfolg klingelt auch in Darmstadt die Kasse.

Fast doppelt so hoher Gewinn

Angetrieben von diesen gut laufenden Pharma- und Laborgeschäften kletterten die Erlöse um 6,9 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro, teilte das Dax-Unternehmen mit. Und auch das Ebitda machte einen Sprung. Von April bis Juni stieg es im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 1,14 Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwas weniger gerechnet. Unter dem Strich kam mit 471 Millionen Euro ein fast doppelt so hoher Gewinn wie im Vorjahr heraus.

Den Ausblick bestätigte das Management. So sollen die Umsätze im laufenden Geschäftsjahr unverändert moderat um drei bis fünf Prozent auf 15,3 bis 15,9 Milliarden Euro steigen. Das Ebitda soll auf 4,15 bis 4,35 Milliarden Euro zulegen, nach 3,8 Milliarden ein Jahr zuvor.

Bei den Anlegern kommen die Zahlen gut an: Im frühen Handel steigt die Merck-Aktie um knapp zwei Prozent. Die Ergebnisse seien wie erwartet stark ausgefallen, fasste JPMorgan-Analyst Richard Vosser in einer ersten Einschätzung zusammen. Er rechnet im Tagesverlauf mit einem moderaten Kursplus.

Medikamente verkaufen sich gut

Das Tagesgeschäft kann sich ebenfalls sehen lassen. Arzneien etwa gegen Unfruchtbarkeit, Schilddrüsenerkrankungen und neue Mittel gegen Multiple Sklerose und Krebs verkauften sich gut. Durch den Marktstart des Multiple-Sklerose-Mittels Mavenclad beispielsweise: In den USA verdreifachte sich der Umsatz mit dem Medikament auf 61 Millionen Euro. Zugleich waren Produkte für die Pharmaforschung von Merck gefragt.

In allen drei Sparten schafften die Darmstädter ein Umsatzwachstum. Das größte Plus lieferte dabei erneut die Laborsparte mit mehr als zehn Prozent Erlösplus. Den allergrößten Teil davon schaffte die Sparte aus eigener Kraft, vor allem weil es im Bereich Process Solutions besonders gut lief. Hier bietet Merck Dienstleistungen und Produkte rund um die Arzneimittelherstellung an.

Verstärkte Ausrichtung auf die Halbleiter- und Elektronikindustrie

In der Spezialchemie-Sparte hingegen stagnierten die Einnahmen beinahe. Eine für Merck günstige Währungsentwicklung sorgte in der aktuellen Problemsparte immerhin für ein leichtes Umsatzplus. Der Konzern hat in dem Bereich seit einiger Zeit vor allem mit der wachsenden Konkurrenz aus Asien aber auch mit einer allgemeinen Marktschwäche zu kämpfen.

Merck will durch eine verstärkte Ausrichtung auf die Halbleiter- und Elektronikindustrie die Kurve kriegen und hatte zu dem Zweck jüngst den US-Halbleiterzulieferer Versum sowie den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular gekauft. Beide Transaktionen sollen laut Plan noch im zweiten Halbjahr 2019 über die Bühne gehen, wobei unter anderem die Wettbewerbsbehörden noch grünes Licht geben müssen.

tb/dpa-AFX