Merck-Logo vor Unternehmensgebäude

Gewinnziel gesenkt, Umsatzprognose angehoben Mehr Licht als Schatten bei Merck

Stand: 14.11.2018, 10:50 Uhr

Die Abwertung des argentinischen Peso und des brasilianischen Real machen Merck zu schaffen. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern senkt sein Ergebnisziel. Die Umsatzprognose wurde indes angehoben.

Relativ schwache Zahlen trübten zuletzt die Feierlaune im 200. Jubiläumsjahr. "Das Jahr 2018 war für Merck herausfordernd", gibt Merck-Chef Stefan Oschmann zu. Nun gibt es doch noch wenigstens einen Lichtblick: das starke Wachstum im Labor- und Pharmageschäft.

Umsatzflaute überwunden

Der Konzernumsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 6,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal hatten die Erlöse noch stagniert. Das lag an den Problemen im Geschäft mit Flüssigkristallen. Hier mussten die Darmstädter eine Durststrecke überwinden.

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Inzwischen läuft's wieder etwas besser. Im dritten Quartal wuchs das Spezialchemie-Geschäft mit den Flüssigkristallen leicht. Die Sparte befindet sich im Umbau. Spartenchef Kai Beckmann will den Bereich zum führenden Lieferanten für die Elektroindustrie machen.

Dank des starken Konzernwachstums im dritten Quartal zeigt sich das Merck-Management optimistischer für das Gesamtjahr. Die Darmstädter gehen nun von einem Umsatz von 14,4 bis 14,8 Milliarden Euro aus. Bislang hatte die Prognose bei 14,1 bis 14,6 Milliarden Euro gelegen.

Ergebnis-Ziel leicht nach unten korrigiert

Beim Ergebnis-Ziel rudert Merck dagegen leicht zurück. Für 2018 rechnet Vorstandschef Oschmann  nun mit einem bereinigten Ebitda zwischen 3,7 und 3,9 Milliarden Euro. Bislang hatte er 3,75 bis 4,0 Milliarden in Aussicht gestellt. Merck macht vor allem die starke Abwertung lateinamerikanischer Währungen gegenüber dem Euro zu schaffen.

Im dritten Quartal sank das bereinigte Ergebnis um knapp sechs Prozent auf 963 Millionen Euro. Vor allem der argentinische Peso sowie der brasilianische Real hätten sich deutlich negativer als erwartet entwickelt, begründete das Unternehmen die Senkung der Ergebnisprognose. Bereinigt um Währungseffekte hätte ein Zuwachs von fast vier Prozent zu Buche gestanden. Unter dem Strich verdiente Merck 340 Millionen Euro - ein Minus von gut 47 Prozent. Im Vorjahreszeitraum war allerdings noch ein Gewinn aus dem Verkauf des Biosimilars-Geschäfts enthalten. Auch für das vierte Quartal rechnet Merck noch mit starken Schwankungen bei den Wechselkursen.

Aktien stoppt Talfahrt

Die Zahlen und der gemischte Ausblick werden von den Anlegern positiv aufgenommen. Die Aktie dreht am Morgen ins Plus und gehört zu den Top-Gewinnern im Dax. Sie stoppte ihre seit Tagen anhaltende Abwärtsbewegung. Ein Händler sprach am Morgen in einer ersten Reaktion von weniger schlimm als befürchteten Kennziffern.

nb

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