Merck-Logo vor Unternehmensgebäude

Prognose etwas angehoben Merck: Ein paar Millionen mehr angepeilt

Stand: 06.08.2020, 09:10 Uhr

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat trotz Bremsspuren durch die Corona-Krise das untere Ende seiner Ergebnisprognose angehoben.

In das neue Jahr war die Darmstädter Merck dank der Übernahme des US-Halbleiter-Zulieferers Versum Materials noch mit starken Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis gestartet. Im zweiten Jahresviertel hat der Dax-Konzern die Folgen der Virus-Pandemie zu spüren bekommen - allerdings weniger stark als befürchtet.

Vor allem das Geschäft mit Fruchtbarkeitsbehandlungen, bei dem das Unternehmen Weltmarktführer ist, hat unter der Schließung vieler Arztpraxen im Frühjahr gelitten. Auch der Verkauf der Multiple-Sklerose-Tablette Mavenclad war insbesondere in den USA rückläufig. Im Vorjahreszeitraum hatten sich zudem noch Meilensteinzahlungen im Pharmageschäft positiv auf das Ergebnis ausgewirkt.

Gewinn um 38 Prozent eingebrochen

Insgesamt hielten sich die Belastungen wegen der Pandemie aber in Grenzen. So sank das operative Ergebnis lediglich um 5,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg getrieben durch Zukäufe um 3,7 Prozent auf 4,1 Milliarden, bereinigt darum stand organisch ein Minus von 2,5 Prozent zu Buche. Unter dem Strich brach der Gewinn allerdings um 38,5 Prozent auf 290 Millionen Euro ein.

"Wir haben das zweite Quartal, trotz erheblicher pandemiebedingter Widerstände in einigen Geschäften, insgesamt gut gemeistert", erklärte Merck-Chef Stefan Oschmann. Für 2020 hat er deshalb die Prognose leicht angehoben.

"Erhöhte Unsicherheit"

Merck rechnet nun mit einem bereinigten Ergebnis (Ebitda) von 4,45 bis 4,85 Milliarden Euro statt wie bisher von 4,35 bis 4,85 (Vorjahr: 4,39) Milliarden. Beim Umsatz werden nun zwischen 16,9 und 17,7 Milliarden Euro angepeilt. Zuvor hatte Merck 16,8 bis 17,8 (2019: 16,15) Milliarden erwartet.

Angesichts der hohen Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Auswirkungen der Pandemie erfolge die Prognose unter einer "deutlich erhöhten Unsicherheit", warnte Oschmann. Gegenwind kommt zudem von negativen Währungseffekten. Für Europa und die USA erwartet er eine wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte, in China habe diese bereits begonnen.

Oschmann geht davon aus, dass es nicht mehr zu großflächigen Ausgangssperren wegen weiterer Ausbruchswellen des Coronavirus in diesen Regionen kommt. Diese hätten erheblich negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Erholung.

lg/rtr/dpa

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