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Strategische Partnerschaft Merck: Alibaba öffnet Tür zu China

Stand: 20.06.2018, 10:09 Uhr

China ist für den Pharmakonzern Merck seit Jahrzehnten ein wichtiger Markt. Nun wollen die Darmstädter mit Hilfe des chinesischen Online-Diensts Alibaba einen digitalisierten Zugang zu dem riesigen Markt erhalten.

Dazu hat Merck eine Partnerschaft mit dem im Gesundheitssektor tätigen Online-Riesen Alibaba Health unterzeichnet. Ziel sei ein verbesserter Zugang zu Gesundheitsleistungen für Patienten und deren Familien, so Merck. Schwerpunkt der Zusammenarbeit soll auf die Bereiche Nachverfolgung (Track-and-Trace) von Arzneimitteln und Online-Gesundheitsdienste liegen. Gemeinsam wollen beide Partner sich auch den Themen E-Commerce und künstliche Intelligenz im Arzneimittelbereich widmen.

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Für Merck eröffnet sich damit ein ganz neuer Vertriebsweg für sein Know-how in den Bereichen Diabetes, Schilddrüsenstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem soll die Allianz für mehr Sicherheit bei der Verwendung von Arzneimitteln sorgen und gleichzeitig den Patienten eine Reihe von Zusatzleistungen anbieten.

Hohe Erwartungen der Chinesen

Leo Shen, der Vorstandschef von Alibaba Health, sprach von hohen Erwartungen an die Zusammenarbeit. China erlebe gerade die flächendeckende Digitalisierung von Produktion und Dienstleistungen, die den Alltag jedes Einzelnen betreffen werde. Deshalb müsse auch in der Gesundheitsbranche die Integration des Internets und konventionell geführter Medizin vorangetrieben werden.

Merck hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 das Leben von 40 Millionen Patienten in China zu verbessern, vorrangig mit Hilfe der Digitalisierung, sagte Rogier Janssens, Geschäftsführer des Biopharma-Geschäfts von Merck in China. Für die chinesische Führung ist eine Reform des Gesundheitssystems unabdingbar. Dazu hat sie mit der Initiative "Healthy China 2030“ einen ersten Langzeitplan entwickelt. Dabei geht es auch um die Digitalisierung der Gesundheitsbranche.

Keine Zahlen zu erwarteten Umsätzen

Welches Umsatzpotenzial sich die beiden Unternehmen von der Partnerschaft versprechen, wurde nicht mitgeteilt. Derweil schürt Merck Hoffnungen auf neue Medikamente. Dazu gehören das Mittel Tepotinib gegen Lungenkrebs. Der Konzern verwies kürzlich auf "vielversprechende erste Ergebnisse" einer Phase-II-Studie. Merck kündigte ferner Daten zu dem Prüfmedikament M7824 an. Hierbei handelt es sich um eine neuartige Immuntherapie gegen Krebserkrankungen.

An der Börse sorgten die Meldungen zu den neuen Medikamenten zunächst für Auftrieb. Seit Anfang Juni ist die Merck-Aktie allerdings erneut unter Druck geraten. Damit hat der Dax-Titel im Jahresvergleich rund 25 Prozent an Wert eingebüßt.

lg