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Geringere Wachstumsraten Mercedes vs. BMW: Wird der Rückstand größer?

Stand: 13.11.2017, 12:04 Uhr

BMW und Mercedes liefern sich seit Jahren ein Kopf an Kopf-Rennen bei Umsatz, Absatz und Rendite. Zuletzt schienen die Stuttgarter die Münchner zu überholen. Doch es lohnt ein genauer Blick.

Im Oktober ist der Abstand von BMW zum Erzrivalen Mercedes-Benz weiter gestiegen - gemessen an den Absatzzahlen. BMW verkaufte im vergangenen Monat "nur" 168.509 Autos seiner Kernmarke - ein Plus von "nur" einem Prozent. In den ersten zehn Monaten stieg der Absatz von Autos der Marke BMW um 3,6 Prozent auf knapp 1,71 Millionen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Zum Vergleich: Daimler steigerte im Oktober seinen Pkw-Absatz um 4,9 Prozent auf 193.684 Fahrzeuge. Während die Verkäufe der Kleinwagen Smart zurückgingen, wurde die Stammmarke Mercedes-Benz 5,6 Prozent mehr Autos los und damit 182.812 Wagen.

In den ersten zehn Monaten wurden 1,9 Millionen Autos der Marke Mercedes-Benz verkauft, was einem Plus von rund elf Prozent entspricht. Damit wächst der Vorsprung der Stuttgarter auf die Münchener auf fast 200.000 Autos.

Differenzierteres Bild

Ein Blick auf die Zahlen des dritten Quartals ergibt jedoch ein differenzierteres Bild. Die Zeit zwischen Juli und September war für die Stuttgarter mit 597.300 verkauften Mercedes-Benz und smart (Plus 6 Prozent) das bisher absatzstärkste Quartal in der Geschichte. BMW brachte es in dieser Zeit auf 590,400 Fahrzeuge, ein Plus von lediglich 1,2 Prozent im Vergleich zur gleichen Zeit des Vorjahres.

Dadurch stagnierte der Umsatz bei BMW im dritten Quartal bei 23,4 Milliarden Euro, während Mercedes Benz Cars um ein Prozent zulegen konnte, auf ebenfalls 23,4 Milliarden Euro. Bei der Rentabiliät sind die Stuttgarter aber hinter BMW zurückgefallen.

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Gesunkenes Ergebnis

So lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei Mercedes Benz Cars im dritten Quartal mit 2,147 Milliarden Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,746 Milliarden. Die Umsatzrendite ging von 11,8 Prozent im Vorjahr auf 9,2 Prozent zurück. Zwar wirkte sich die hohe Nachfrage nach SUV-Modellen positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Belastet wurde das Ergebnis durch eine Rückrufaktion (230 Millionen Euro) sowie Updates für Diesel-Fahrzeuge (223 Millionen Euro). Hinzu kamen "Vorleistungen für neue Technologien".

Unter ähnlichen Belastungen hatte auch BMW zu leiden, doch fiel das Ebit bei den Münchnern nur von 2,4 Milliarden im Vorjahr auf 2,3 Milliarden im dritten Quartal dieses Jahres, ein Minus von 4,5 Prozent. Damit erzielte BMW eine Umsatzrendite von 10,3 Prozent (nach 11 Prozent im Vorjahreszeitraum) - mehr als die Konkurrenz aus Stuttgart.

BMW hat höhere Umsatzrendite

Fazit: Trotz der erhöhten Verkaufszahlen hinkt Mercedes dem bayerischen Rivalen bei der Rendite wieder ein Stück hinterher. Der Aufholprozess der vergangenen Jahre ist also wieder etwas abgeschmolzen. Angesichts der Umbrüche (E-Autos), die der Autoindustrie bevorstehen, kann sich dieses Verhältnis aber rasch wieder ändern.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ähnlich synchron haben sich in den letzten sechs Monate die Aktien der beiden Autobauer entwickelt - mal hatte BMW, mal Daimler die Nase vorn. So waren die Kurse im letzten halben Jahr hohen Schwankungen ausgesetzt, sind heute aber kaum teurer als Mitte Mai.

lg

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