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Meilensteine der Facebook-Jahre Vom Studi-Experiment zum Milliardenkonzern

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 2004 an der Harvard University, Cambridge

Gründung in Harvard
Am Anfang von Facebook steht Harvard. Die im US-Bundesstaat Massachusetts gelegene Universität ist eine der einflussreichsten Eliteschmieden der USA. Mark Zuckerberg programmierte hier im Januar 2004 im Alter von 19 Jahren eine Web-Seite, die Studienkollegen vernetzen sollte, quasi ein elektronisches Notizbuch. Thefacebook.com ging einen Monat später online. Im Mai des gleichen Jahres verlässt Zuckerberg Harvard ohne Abschluss und zieht ins IT-Mekka Silicon Valley.

Meilensteine der Facebook-Jahre Vom Studi-Experiment zum Milliardenkonzern

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 2004 an der Harvard University, Cambridge

Gründung in Harvard
Am Anfang von Facebook steht Harvard. Die im US-Bundesstaat Massachusetts gelegene Universität ist eine der einflussreichsten Eliteschmieden der USA. Mark Zuckerberg programmierte hier im Januar 2004 im Alter von 19 Jahren eine Web-Seite, die Studienkollegen vernetzen sollte, quasi ein elektronisches Notizbuch. Thefacebook.com ging einen Monat später online. Im Mai des gleichen Jahres verlässt Zuckerberg Harvard ohne Abschluss und zieht ins IT-Mekka Silicon Valley.

Facebook wird gemocht
Die Firmenidee entwickelt sich dynamisch, immer mehr Investoren "mögen" das Unternehmen, das seit August 2005 offiziell Facebook heißt. Im September 2004 wird neben den Profilen die sogenannte "Wall" eingeführt, auf der Nutzer Nachrichten hinterlassen können. Im Februar 2006 bietet der Medienriese Viacom 1,5 Milliarden Dollar für Facebook, auch Yahoo will mit Milliarden einsteigen. Zuckerberg lehnt aber alle Angebote ab. Im Oktober 2007 steigt schließlich Microsoft mit 240 Millionen Dollar ein, der Wert des Unternehmens wird schon auf 15 Milliarden Dollar geschätzt.

Tyler (l.) und Cameron Winklevoss

Streit mit den Winklevoss-Brüdern
Aber die Vergangenheit holt Zuckerberg und Facebook in Gestalt der Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss ein. Sie werfen Zuckerberg vor, er habe ihnen in Harvard ihre Idee für Facebook geklaut. Es kommt schließlich im Februar 2008 zu einem Vergleich, bei dem 65 Millionen Dollar an die beiden Brüder gezahlt werden.

MySpace-Logo

Ablösung von MySpace
Das Wachstum ist nicht mehr aufzuhalten, im April 2008 wird MySpace als bisher beliebtestes Online-Netzwerk abgelöst. Im Vormonat erschien Facebook erstmals auf Deutsch. Im August wird die Marke von 100 Millionen Usern geknackt.

Facebook-App
Im März 2009 stellt das Unternehmen seine erste App für Smartphones vor und kann damit auch mobil genutzt werden. Was zunächst "nur" wie ein weiterer Meilenstein auf dem Wachstumspfad des Unterenehmens aussieht, wird später noch besonders wichtig werden.

Lady Gaga

Meilensteine in Serie
Im Juli 2010 wird das Netzwerk von weltweit mehr als 500 Millionen Menschen genutzt. Darunter auch Superstar Lady Gaga, die zu dieser Zeit ganz oben auf der Erfolgswelle schwimmt. Als erster Promi hat die eigenwillige Künstlerin mehr als zehn Millionen Fans auf Facebook. Im Dezember 2010 ernennt das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time" Zuckerberg zur Persönlichkeit des Jahres, weil er "die Art verändert, wie wir täglich unser Leben leben". Schon einen Monat später, im Januar 2011, steigt der Unternehmenswert auf geschätzte 50 Milliarden Dollar. Ein weiterer Meilenstein ist im September 2011 die Vorstellung der Timeline, mit der die Nutzer ihre Profile in eine Art digitalen Lebenslauf verwandeln können.

Facebook und Instagram-Apps auf einem iPhone

Zukunftsinvestition Instagram
Facebook ist im Jahr 2012 einer der ganz großen Spieler und kauft im April 2012 für eine Milliarde Dollar die Smartphone-Fotoanwendung Instagram. Im Oktober 2012 sind mehr als eine Milliarde Menschen Mitglied im sozialen Netzwerk.

Kurstafel mit einem fallenden Facebook-Kurs

Verpatzter Börsengang
Da ist es nur konsequent, dass es im Mai 2012 zum Börsengang kommt. Es wird der bislang größte der Technologiegeschichte, bei dem Facebook 16 Milliarden Dollar einsammelt. Der Markt bewertet die Firma mit 100 Milliarden Dollar, der Ausgabepreis liegt bei 38 Dollar. Aber der Börsengang floppt, die Aktie stürzt danach um mehr als die Hälfte ab. Investoren werfen Facebook vor, seine Werbebotschaften, von denen das Unternehmen lebt, nicht ausreichend über mobile Kanäle ausspielen zu könnnen. Ein erster herber Rückschlag für Zuckerberg, der selber Fehler einräumt.

WhatsApp-Logo auf einem Smartphone und Facebook-F auf einem Notebook

WhatsApp
Facebook wächst immer weiter. 2014 wird der Messenger-Dienst WhatsApp für 19 Milliarden Dollar erworben. Vier Milliarden Dollar in bar und den Rest in Facebook-Aktien lässt sich Facebook die Übernahme kosten. WhatsApp prahlt heute mit einer Milliarde aktiver Nutzer jeden Monat. WhatsApp-Gründer Jan Kouhm wechselte im Zuge der Übernahme in den Facebook-Verwaltungsrat. Vor allem bei Datenschützern kommt WhatsApp aber nicht gut weg. Kritik muss auch der Messenger-Service von Facebook einstecken, ein mobiles, textbasiertes Kommunikationssystem. 2015 wurde bekannt, dass US-Behörden die Möglichkeit haben, WhatsApp-Nachrichten mitzulesen. Es kommt in der Folge zu diversen Rechtsstreitigkeiten. Seit Frühjahr 2016 werden auch die WhatsApp-Nachrichten verschlüsselt.

Facebook Mark Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla und Tochter Max

Mark Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla und Tochter Max
Und nochmal Firmenchef Mark Zuckerberg. Dieses Mal mit einem wahrhaft ungewöhnlichen Schritt. Anlässlich der Geburt seines Kindes hat er Ende 2015 erklärt, dass er und seine Frau Chan 99 Prozent ihrer Anteile an dem Internetkonzern auf lange Sicht spenden wollen. Überschrieben ist die Inititiative mit "Ein Brief an unsere Tochter". Die Papiere sollen in die nach seiner Frau benannten Chan-Stiftung einfließen und "zunächst auf den Bereichen Bildung, Bekämpfung von Krankheiten sowie dem "Zusammenbringen von Menschen" und dem "Aufbau starker Gemeinschaften" liegen. Zuckerbergs Papiere hatten zu diesem Zeitpunkt einen Wert von rund 45 Milliarden Dollar, seitdem ist dieser weiter gestiegen.

Facebook-Aktie wird wieder zum Star
Denn 2016 stand der Internetkonzern stärker da als zuvor. Im ersten Quartal verdreifachte sich der Gewinn auf 1,51 Milliarden Dollar und die Anzahl der Nutzer stieg in diesem einen Quartal um 60 Millionen auf 1,65 Milliarden Menschen.

<strong>Aktie auf Rekordhoch</strong><br/>Auch der Rückschlag beim Börsengang war längst kein Thema mehr. Das Facebook-Papier stieg seitdem atemberaubend und lag im April 2016 bei gut 118 Dollar auf Rekordhoch. Anfängliche Probleme, die Werbebotschaften auf die mobilen Endgeräte zu bringen, waren überwunden, und hatten den Weg für das Papier frei gemacht. Denn fast die gesamten Einnahmen des Internetriesen kommen aus Werbeeinnahmen, davon über 80 Prozent für mobile Anwendungen wie Smartphones und Tablet-PCs.: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 10 Jahre

Aktie auf Rekordhoch
Auch der Rückschlag beim Börsengang war längst kein Thema mehr. Das Facebook-Papier stieg seitdem atemberaubend und lag im April 2016 bei gut 118 Dollar auf Rekordhoch. Anfängliche Probleme, die Werbebotschaften auf die mobilen Endgeräte zu bringen, waren überwunden, und hatten den Weg für das Papier frei gemacht. Denn fast die gesamten Einnahmen des Internetriesen kommen aus Werbeeinnahmen, davon über 80 Prozent für mobile Anwendungen wie Smartphones und Tablet-PCs.

Facebook-Schriftzug auf einem Notebook

Video-Offensive
2017 schloss Facebook einen Deal mit anderen Content-Anbietern und Medienunternehmen ab und startete eine Art Video-Offensive. Die US-Firma kauft Video Shows und Serien unter anderem bei Buzzfeed, Group Nine Media und Vox Media. Man wolle Youtube nicht das Feld überlassen und den Nutzer länger auf der Seite halten. 2018 kaufte der US-Internetkonzern außerdem die Übertragungsrechte an der Champions League für Lateinamerika.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Zwei-Milliarden-Nutzer-Marke
Im Juni 2017 überschritt die Internetplattform erstmals die Marke von zwei Milliarden Nutzern. Fast ein Viertel der Weltbevölkerung nutzte damit das Soziale Netzwerk, das zudem weltweit nur wenig Konkurrenz hat. Die stetig steigenden Nutzerzahlen waren der Schlüssel zum Facebook-Erfolg. Denn auf der Ertragsseite des Konzerns finden sich nahezu ausschließlich Werbeeinahmen. Je mehr potenzielle Werbekunden das Netzwerk also erreicht, desto besser für das Geschäft.

Druck auf Facebook

Druck auf Facebook
Hasskommentare, Fake News, Datenraub: Nie zuvor stand Facebook so sehr unter Druck wie im Februar 2018.

Der Hype um die Facebook-Aktie mit jährlichen Wachstumsraten von 40 Prozent schien vorerst vorbei. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer in den USA und Kanada sanken - zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens. Besonders junge User wendeten sich zunehmend von Facebook ab, und statt zu Instagram zu wechseln, wanderten sie vermehrt zum Wettbewerber Snap ab.

Facebook und Cambridge Analytica Logos

Cambridge-Skandal
Dann der große Knall: Als im März 2018 der Missbrauch von Millionen Nutzerdaten durch die Marktforscher von Cambridge Analytica bekannt wurde, gingen auch Anhänger des Unternehmens von einem möglichen Super-Gau für das Geschäftsmodell aus. Die Aktie rutschte von 190 auf 140 Dollar ab.

Die britische Analysefirma hatte private Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Mitgliedern angezapft, um 2016 den US-Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen. Seither steht Facebook im Visier von Behörden und Politikern. Zuckerberg musste sich vor dem amerikanischen Kongress verantworten.

<strong>Erholung im Sommer 2018</strong><br/>Als wäre nichts gewesen, schwang sich die Facebook-Aktie im Sommer 2018 zu neuen Höhen auf. Mehr als 600 Milliarden Dollar betrug der Börsenwert des Netzwerks. Der<a href="" externalId="9c6b38d1-737b-4340-ab07-23eca38492d5"> Höhenflug der US-Technologiewerte</a> an der Nasdaq beförderte auch die Facebook-Papiere weiter mit nach oben. Mark Zuckerberg drückte vor dem US-Senat und auch der EU-Kommission sein Bedauern über die Vorfälle aus und versprach Besserung. Die Billionen-Buße, von der anfangs die Rede wegen des Datenskandals war, wurde nicht verhängt.: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr

Erholung im Sommer 2018
Als wäre nichts gewesen, schwang sich die Facebook-Aktie im Sommer 2018 zu neuen Höhen auf. Mehr als 600 Milliarden Dollar betrug der Börsenwert des Netzwerks. Der Höhenflug der US-Technologiewerte an der Nasdaq beförderte auch die Facebook-Papiere weiter mit nach oben. Mark Zuckerberg drückte vor dem US-Senat und auch der EU-Kommission sein Bedauern über die Vorfälle aus und versprach Besserung. Die Billionen-Buße, von der anfangs die Rede wegen des Datenskandals war, wurde nicht verhängt.

Facebook Serverraum

Weitere Skandale
Der Cambridge-Skandal blieb jedoch nicht der einzige im Jahr 2018.
Wenige Monate danach räumte Facebook im Juni eine weitere Datenschutz-Panne ein. Demnach hatten mehrere Millionen Nutzer ihre Beiträge möglicherweise unwissentlich mit der ganzen Welt geteilt - statt nur mit Freunden. Dem Online-Netzwerk zufolge könnten 14 Millionen Mitglieder betroffen sein, wie es selbst mitteilte. Der Software-Fehler wurde im Mai nach zehn Tagen behoben.

Im August deckte das Online-Netzwerk den nächsten Versuch auf, Propaganda mit Hilfe hunderter gefälschter Profile zu verbreiten. Das soziale Netzwerk löschte daraufhin 652 Accounts, Seiten und Gruppen.
Im September hätten Angreifer eine Sicherheitslücke ausgenutzt, mit der Facebook-Mitglieder sich ihr Profil aus der Sicht anderer Nutzer anzeigen lassen können.

42 Prozent der US-Nutzer machten 2018 zumindest eine mehrwöchige Pause vom Online-Netzwerk. Jeder Zweite (54 Prozent) veränderte die Einstellungen zum Datenschutz im Facebook-Profil.

Mark Zuckerberg während der Anhörung des Handels- und Justizkomitees

Mark Zuckerberg in Bedrängnis
Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal und anderen Datenpannen sowie durch den Missbrauch der Plattform für politische Propaganda und Falschmeldungen unter anderem während des US-Wahl stand Facebook daraufhin unter massiver Kritik. Zudem schlugen die Auswirkungen der EU-Datenschutzgrundverordnung auf die Werbeeinnahmen.
Der Druck auf Mark Zuckerberg wuchs: Vier staatliche Investmentfonds verlangten, dass er seinen Posten als Aufsichtsratschef abgibt. Sie schlossen sich damit dem Vorschlag des Hedgefonds Trillium Asset Management an, der bereits im Juni eine Neubesetzung des Postens als Aufsichtsratschef mit einem unabhängigen Kandidaten gefordert hatte. Sie verlangen jetzt eine Abstimmung über Zuckerbergs Abberufung auf dem Aktionärstreffen im kommenden Mai. Trotz aller Kritik will Zuckerberg den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten.

Als ob die Sünden der Vergangenheit nicht schon genug auf dem Netzwerk lasteten: Erst im Dezember kamen neue Vorwürfe auf, Facebook gehe nicht vorsichtig genug mit den Nutzerdaten um. Dieses Mal ging es um Schnittstellen, die Nutzern den Kontakt zu anderen Facebook-Nutzern ermöglichen sollen - auf den Plattformen von Anbietern wie Netflix, Spotify oder Microsoft.

<strong>Facebook-Aktie im Abwärtstrend</strong><br/>An der Börse scheinen die besten Zeiten der Facebook-Aktie vorbei zu sein. Viele Jahre lang gab es für die erfolgsverwöhnten Anleger nur den weg nach oben. Seit Juli, dem Zeitpunkt des Jahreshochs bei 217 Dollar, geht es in die andere Richtung. Nicht zuletzt die viele negativen Nachrichten zum Thema Datenschutz dürften ihren Anteil an der Verunsicherung der Anleger haben.: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 6 Monate

Facebook-Aktie im Abwärtstrend
An der Börse scheinen die besten Zeiten der Facebook-Aktie vorbei zu sein. Viele Jahre lang gab es für die erfolgsverwöhnten Anleger nur den weg nach oben. Seit Juli, dem Zeitpunkt des Jahreshochs bei 217 Dollar, geht es in die andere Richtung. Nicht zuletzt die viele negativen Nachrichten zum Thema Datenschutz dürften ihren Anteil an der Verunsicherung der Anleger haben.

Facebooklogo und WhatsApp-Icon

Mega-Chat-Plattform
Nun plant Facebook eine gemeinsame technische Plattform für seine unterschiedlichen Chatdienste. Bisher waren die Systeme voneinander getrennt. Der Umbauplan wird von Zuckerberg persönlich vorangetrieben. Die Gründer von WhatsApp und Instagram, die nach der Übernahme durch Facebook zunächst weitgehend eigenständig agieren konnten, hatten im vergangenen Jahr das Online-Netzwerk verlassen.

Eine Art "Whatsabook" könnte das Wachstum bei den Nutzerzahlen wieder ankurbeln und den Aktien von Facebook neuen Schub bringen. Die Titel sind seit Ende Juli um 30 Prozent gefallen.