Nordex Windturbine

Aktie in der Flaute Mehr Verluste bei Nordex

Stand: 14.05.2019, 09:13 Uhr

Aktien des Windkraftspezialisten kommen am Dienstagmorgen heftig unter Druck. Das Zahlenwerk zum ersten Quartal behagt den Anlegern nicht. Die roten Zahlen in der Konzernbilanz sind größer geworden.

Mit rund sieben Prozent im Minus startet der TecDax-Wert am Dienstag in den Handel. Der Kursrutsch der Aktie seit Anfang April geht damit ohne Zwischenhalt weiter. Vor sechs Wochen hatte der Titel noch bei rund 15 Euro notiert, und seitdem fast 20 Prozent eingebüßt.

Dicke rote Zahlen

Am Morgen reagieren Anleger allergisch auf die Ergebnisse des ersten Quartals. Nordex ist im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzernverlust weitete sich von 19,4 Millionen auf 35 Millionen Euro aus. Auch operativ eine sehr schwache Ergebnisausbeute. Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank von 20 Millionen Euro auf 3,3 Millionen.

Niedrigere Installationszahlen belasten derzeit das Unternehmen, der Umsatz ging um gut 18 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro zurück, was unter den Erwartungen der Analysten lag. In den ersten drei Monaten 2019 installierte Nordex insgesamt 84 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 260,9 Megawatt (Vorjahr: 522,9 MW).

Hoffnung auf besseres zweites Halbjahr

Nordex erwartet erheblich höhere Umsätze in der zweiten Jahreshälfte und bestätigte daher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Nach einem schwachen Start habe sich die Turbinenherstellung auf 698 Megawatt im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Generell leidet die Branche der Windkraft-Spezialisten unter hartem Konkurrenzdruck und sinkenden Margen. Anfang April etwa hatte die Hamburger Senvion, die zu den zehn größten Windanlagenbauern der Welt gehört, Insolvenz angemeldet. Senvion litt auch unter der Flaute in Deutschland. Denn 2017 stoppte Deutschland sein bisheriges Subventionsmodell mit festen Einspeisevergütungen und stellte auf ein Auktionsmodell um, andere europäische Staaten folgten.

Der Bruttozubau von Windrädern an Land brach 2018 um 55 Prozent auf 2.400 Megawatt ein. Zuletzt seien 2013 so wenige Anlagen neu gebaut worden. Für das laufende Jahr erwarten der Bundesverband Windenergie und der Verband der Anlagenbauer VDMA Power Systems nur noch einen Zuwachs von 2.000 Megawatt.

AB