Chinesin schwingt eine chinesische Flagge

Chinas Unternehmen drängen nach Europa Wieder mehr chinesische Firmenübernahmen in Deutschland

Stand: 06.02.2020, 15:49 Uhr

Chinesische Unternehmen zeigen laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY wieder zunehmend Interesse an Zukäufen in Deutschland. 39 Übernahmen zählt EY im Jahr 2019 – vier mehr als im Vorjahr. Der Transaktionswert fällt aber deutlich.

4,6 Milliarden US-Dollar haben sich chinesische Firmen ihre Übernahmen in Deutschland kosten lassen, das ist weniger als halb so viel wie 2018. Dabei hat vor allem ein Jahresendspurt die Bilanz nach einem schwachen ersten Halbjahr herausgerissen. Maßgeblich stehen der Studie zufolge Industrie- und Tech-Konzerne sowie Start-ups im Fokus der Chinesen. Bei ihren Deals stellten die chinesischen Finanzinvestoren demnach eine „steile Lernkurve“ unter Beweis.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
42,59
Differenz relativ
-2,63%

Europaweit ist die Zahl der Übernahmen durch chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr allerdings leicht zurückgegangen. Deutsche Firmen bleiben dabei aber das beliebteste Übernahmeziel: Chinesische Konzerne griffen hierzulande häufiger zu als in Großbritannien, Frankreich und Italien. Die größte deutsche Transaktion 2019 war der Erwerb eines Fünf-Prozent-Anteils an Daimler durch den chinesischen Autokonzern BAIC für umgerechnet 2,9 Milliarden Dollar.

Gemischte Signale für die Zukunft

Kurzfristig könne laut EY das Coronavirus die chinesischen Aktivitäten in Europa bremsen, vor allem im noch laufenden ersten Quartal. Die Entwicklung hänge sehr davon ab, wann China die Eindämmung des Virus gelingt. Auf der anderen Seite bahne sich im Handelskonflikt zwischen den USA und China eine Lösung an, die eine lange Phase der Unsicherheit beenden würde. In der Folge könnten sich chinesische Unternehmen wieder zunehmend Gedanken über ihre strategische Entwicklung im Ausland machen und möglicherweise in Kauflaune geraten.

niw