Schild mit Ebay-Schriftzug vor der Unternehmens-Zentrale in San José

Börsenbetreiber ICE macht Angebot Kommt Ebay unter den Hammer?

Stand: 05.02.2020, 09:32 Uhr

Das zuletzt unter Druck geratene Online-Auktionshaus Ebay kommt möglicherweise selbst bald unter den Hammer. Ein Kaufangebot über 30 Milliarden Dollar liegt angeblich vor.

Wie die Agentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, hat der in Atlanta ansässige Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) der Führung von Ebay ein Kaufangebot unterbreitet.

Dabei würde die Onlineplattform mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" darüber berichtet. ICE erklärte, der Börsenbetreiber sei auf Ebay zugegangen, um eine "Reihe möglicher Gelegenheiten" auszuloten. Das Auktionshaus habe dem Konzern jedoch die kalte Schulter gezeigt und sei nicht zu tiefergehenden Gesprächen bereit gewesen. Deshalb befinde man sich nicht in Verhandlungen über einen Kauf von Ebay oder Teilen davon. Ebay lehnte eine Stellungnahme ab.

Nur am Online-Marktplatz interessiert

Die Aktien von ICE, der unter anderem die New Yorker Börse NYSE gehört, schlossen an der Wall Street 7,5 Prozent tiefer. Damit kommt ICE auf einen Börsenwert von 51,6 Milliarden Dollar. Ebay-Papiere schossen dagegen um 8,7 Prozent in die Höhe und trieben den Börsenwert des Konzerns auf 30,4 Milliarden Euro.

Dem "Wall Street Journal" zufolge ist ICE in erster Linie am Online-Marktplatz von Ebay interessiert und nicht an der Kleinanzeigen-Sparte Classifieds. Auf deren Verkauf dringt allerdings der Ebay-Großaktionär Starboard Value.

Fokus auf die Kernsparte

Das machte er auch am Dienstag noch einmal in einem Brief an das Führungsgremium von Ebay klar. Darin fordert Starboard, Classifieds müsse abgetrennt und profitables Wachstum der Kernsparte Marketplace aggressiver verfolgt werden.

Vergangenes Jahr hatte Ebay auf Druck von Starboard und dem Hedgefonds Elliott die Online-Ticketbörse StubHub für 4,05 Milliarden Dollar in bar verkauft. Elliott schätzt den Wert des Kleinanzeigengeschäfts auf acht bis zwölf Milliarden Dollar.

Gewinneinbruch im Weihnachtsquartal

Im umsatzstarken Weihnachtsquartal musste Ebay Einbußen verkraften. Die Erlöse fielen in den drei Monaten bis Ende Dezember verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft brach gar um 27 Prozent auf 558 Millionen Dollar ein.

Bereits im dritten Quartal hatte Ebay die Erwartungen deutlich verfehlt. Die Erlöse stagnierten verglichen mit dem Vorjahreswert bei 2,7 Milliarden Dollar.

lg/rtr