IPO

Plötzliche Eile Mega-Börsengänge noch vor Ostern

Stand: 29.01.2018, 08:19 Uhr

Siemens und die Deutsche Bank machen Tempo: Die angekündigten milliardenschweren Börsengänge ihrer Sparten Healthineers und DWS sollen noch im ersten Quartal vollzogen werden.

Siemens will den Börsengang seiner Medizintechnik-Sparte bereits Mitte bis Ende Februar ankündigen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Handelsaufnahme sei dann im März geplant.

Laut den Bloomberg-Kreisen könnten dem Mutterkonzern zwischen sechs und zehn Milliarden Euro zufließen. Das Geld dürfte Siemens für Zukäufe und zum Schuldenabbau nutzen. Wenn das gelingt, könnte es der größte deutsche Börsengang seit der Telekom vor mehr als 20 Jahren werden.

Marktwert von bis zu 40 Milliarden

Siemens will die Sparte unter den Namen Siemens Healthineers abspalten. Analysten trauen der Tochter einen Marktwert von 30 Milliarden bis 40 Milliarden Euro zu. Notiert werden könnten zunächst 15 bis 25 Prozent der Aktien. Healthineers gilt dabei vielen schon als Dax-Kandidat.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Derweil will auch die Deutsche Bank ihre Vermögensverwaltung spätestens im März an die Börse bringen. Geplant sei die Erstnotiz noch vor Ostern, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). Bisher war von einem Handelsdebüt nach Ostern die Rede. Analysten bewerten die gesamte Vermögensverwaltung mit rund acht Milliarden Euro - die Deutsche Bank dürfte rund ein Viertel der Anteile an die Börse bringen.

Deutsche Bank will ihren Einfluss sichern

Vor dem Börsendebüt muss allerdings noch die Rechtsform der Sparte in eine GmbH & Co. KGaA geändert werden - mit dem Kommanditisten und größten Anteilseigner Deutsche Bank und einer Management-Gesellschaft unter Leitung von Vorstandschef Nicolas Moreau als Komplementär. Diese Struktur soll spätestens Ende des ersten Quartals 2018 stehen.

Mit der Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien schützt die Deutsche Bank die neue Firma gegen eine Übernahme und sichert ihren Einfluss ab. Das gilt auch für den Fall, dass ihr Anteil auf unter 75 Prozent sinkt. Fällt der Anteil der Bank unter eine noch nicht näher spezifizierte Schwelle - 50 Prozent erscheinen realistisch - wird die KGaA automatisch in eine normale Aktiengesellschaft umgewandelt.

lg