Media-Saturn und Fnac Darty

Zusammen gegen Amazon & Co. MediaMarktSaturn und Fnac Darty bilden Allianz

Stand: 16.05.2018, 14:23 Uhr

Der Online-Handel macht Einzelhändlern immer mehr Druck. Das spüren auch MediaMarktSaturn und Fnac Darty: Die beiden Handelsketten verbünden sich – und laden andere ein, es ihnen gleich zu tun.

Was tun gegen die bedrohliche Konkurrenz aus dem Online-Handel? Die Ceconomy-Tochter MediaMarktSaturn und der französische Händler Fnac Darty hoffen darauf nun eine Antwort zu haben: Sie gründen die "European Retail Alliance".

Im Fokus soll die Zusammenarbeit bei Vereinbarungen mit Lieferanten, Eigenmarken, Innovation und Datenanalysen stehen. Dafür soll ein Joint Venture gegründet werden, das als Holding der Allianz fungiert.

Wer mitmachen will, hebe die Hand

Ziel sei das Wertschöpfungspotenzial auszubauen, so Ceconomy-Chef Pieter Haas. Erste positive finanzielle Effekte erwarten die Partner erst ab 2019 – und werben für weitere Mitglieder. Denn die Allianz soll als Plattform auch offen für andere Marktteilnehmer sein. "Im Mittelpunkt steht unser Modell "Retail as a Service" zu stärken, das auf hoher menschlicher Präsenz und Beratung basiert", sagte Enrique Martinez, Chef der Fnac Darty Gruppe.

Für den Mutterkonzern Ceconomy eine wichtige Maßnahme, denn der Start ins Geschäftsjahr verlief schlecht. Von dieser Nachricht und dem Ringen um die zukünftige Aufstellung von MediaMarktSaturn, konnte sich die Ceconomy-Aktie in den letzten Monaten nicht erholen: Rund 20 Prozent ging es in den letzten drei Monaten abwärts.

Die Ankündigung am Dienstag tat der Aktie daher ganz gut: Der Kurs verzeichnete immerhin ein leichtes Plus von über einem Prozent und notierte am Mittwochmorgen bei knapp neun Euro.

Ganz fremd sind sich die Unternehmen übrigens nicht: Ende Juli 2017 hatte der deutsche Konzern für 452 Millionen Euro rund 24 Prozent von Fnac Darty erworben. Ceconomy ist seitdem der größte Anteilseigner der französischen Handelskette.

Metro macht weiterhin Sorgen

Ceconomy war bis Mitte Juli vergangenen Jahres Teil der Metro AG. Durch die Spaltung wurde der Konzern in den Elektronikhändler Ceconomy und den Lebensmittelhändler Metro aufgeteilt.

Letzterer hatte seine Quartalszahlen am Dienstag vorgelegt. Der Umsatz sank zwar nur leicht um 0,8 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro, doch die Probleme auf dem russischen Markt halten an: Wo im gleichen Zeitraum 2017 ein Gewinn von 41 Millionen Euro verzeichnet wurde, steht jetzt ein Verlust von 52 Millionen Euro. Die Aktie befindet sich seit einigen Monaten im freien Fall: Allein in den letzten drei Monaten büßte sie mehr als 36 Prozent ein und notierte am Mittwochmorgen bei 11,10 Euro.

jz

Darstellung: