Einkauf-Apps von Saturn und Media Markt

Ceconomy spuckt große Töne Media-Saturn-Mutter sieht Online-Boom als Chance

Stand: 19.12.2017, 13:52 Uhr

Der Elektronikhändler Ceconomy ist vor allem durch seine Media-Markt- und Saturn-Läden bekannt. In Zukunft soll aber das Onlinegeschäft eine größere Rolle spielen. Ceconomy sieht sich hier sogar im Vorteil gegenüber Amazon.

Schließlich verfüge Amazon nicht über solch ein Netz von Läden in den Innenstädten, betonte Ceconomy am Morgen bei Präsentation seiner Jahreszahlen 2016/17. Das stimmt wohl. Andererseits kostet die Heerschaar von Media-Markt- und Saturn-Läden auch jede Menge Geld.

Ceconomy will profitabler werden

Analysten kritisieren daher, Ceconomy verdiene im Vergleich zu Konkurrenten wie Amazon viel zu wenig Geld. Zudem seien die Läden einfach viel zu groß. Hinzu kommt: Amazon will laut Medienberichten vom Montag Media Markt & Co. bald auch im stationären Einzelhandel Konkurrenz machen.

In Sachen Profitabilität gelobt Ceconomy nun aber Besserung. Die im Sommer aus dem Handelsriesen Metro hervorgegangene Einzelhandelsholding kündigte an, sie wolle im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 den operativen Ertrag sowohl beim Ebitda als auch beim Ebit "mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich" steigern.

Neue Möglichkeiten für Kunden?

Dazu soll das Online-Geschäft besser mit den Läden in den Innenstädten verschränkt werden. Für die Kunden entstünden dadurch neue Möglichkeiten – sie können sich etwa ihr neues Smartphone im Internet aussuchen und dies dann rasch im nächsten Markt abholen.

Nahezu jeder zweite Kunde nutze bei online bestellten Waren diese Möglichkeit, teilte Ceconomy nun mit. Einen solchen Service bieten allerdings bereits viele Einzelhändler an, als Alleinstellungsmerkmal taugt er daher wohl kaum.

Enttäuschte Anleger

Die Anleger reagieren ebenfalls wenig überzeugt: Die Ceconomy-Handel ist am Dienstag unter den größten MDax-Verlierern.

Im Geschäftsjahr 2016/17 hatte Ceconomy operativ bereits etwas mehr verdient. Das Ebit vor Sonderfaktoren legte um rund 6 Millionen Euro auf 471 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stieg der bereinigte Gewinn je Aktie um 11 Cent auf 0,58 Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,26 Euro je Aktie erhalten.

Klare Worte vom Chef

Unterdessen strebt Ceconomy eine Trennung vom Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals an. Es sei kein Geheimnis, dass dies der beste Weg sei, sagte Ceconomy-Chef Pieter Haas am Dienstag in Düsseldorf.

Der Investor Clemens Vedder versucht derzeit erneut, eine Lösung zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Kellerhals liefert sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn.

Im Visier der Staatsanwaltschaft

Ceconomy ist aus der Aufspaltung des Handelskonzerns Metro hervorgegangen und steht seit Mitte Juli auf eigenen Füßen. Die Aufspaltung zog Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach sich. Sie geht dem Verdacht des Insiderhandels und der Marktmanipulation nach.

ag