Sechs verschiedene Barbie-Puppen

Spielzeughersteller in der Dauer-Krise Auch "Barbie" kann Mattel nicht retten

Stand: 02.02.2018, 10:01 Uhr

Gegen Trump hat auch die berühmteste Puppe der Welt keine Chance: Die US-Steuerreform verhagelt Barbie-Hersteller Mattel das Weihnachtsgeschäft. Die neue Chefin bleibt optimistisch, die Börse ist es nicht.

Ein schwaches Weihnachtsgeschäft hat dem kriselnden US-Spielzeugriesen Mattel ("Hot Wheels", "Fisher Price" und eben auch "Barbie") ein weiteres enttäuschendes Quartal eingebrockt. In den drei Monaten bis Ende Dezember sanken die Erlöse im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro), wie der Hasbro-Rivale am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Auch ein Comeback des Klassikers "Barbie", der ein Umsatzplus von neun Prozent schaffte, konnte am schwachen Ergebnis nichts ändern.

Umsatz sinkt um elf Prozent

Unter dem Strich machte Mattel einen Verlust von 281 Millionen Dollar. Das lag allerdings auch an einer 457 Millionen Dollar schweren Einmalbelastung aus der US-Steuerreform. Im Vorjahr hatte der Konzern 174 Millionen Dollar verdient. Im Gesamtjahr 2017 ging der Umsatz um elf Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zurück. Mattel hat schon lange Probleme, zuletzt erschwerte die Insolvenz des größten US-Spielzeughändlers Toys "R" Us die Geschäfte zusätzlich.

Chefin optimistisch - Börse nicht

Vorstandschefin Margo Georgiadis, die vor knapp einem Jahr das Ruder übernahm, sieht den Konzern nach intensiven Aufräumarbeiten aber wieder in der Spur: "Wir haben aggressiv gehandelt, um 2018 mit einer weißen Weste zu starten und die Profitabilität durch einen Neustart unseres Geschäftsmodells rasch zu verbessern." Anleger überzeugte das nicht. Die Aktie fiel nachbörslich in den USA um über acht Prozent. Im vergangenen Jahr hat der Kurs mehr als 40 Prozent eingebüßt.

Während die Geschäfte bei Hasbro zuletzt vergleichsweise gut liefen, tut Mattel sich schwer - der Börsenwert des Konzerns ist mittlerweile auf weniger als die Hälfte des großen Rivalen zusammengeschmolzen.

Ende 2017 wurde in US-Medien offen über eine Fusion der beiden Spielwaren-Rivalen spekuliert. Ein Zusammenschluss würde Mattels Traditionsmarken von Barbie über Hot Wheels bis hin zu Fisher Price und Matchbox mit Hasbros Klassikern wie Transformers, Monopoly oder Furby und darüber hinaus die Actionfiguren von Marvel und "Star Wars" unter ein Dach bringen.

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Mattel
1945 von Harold Matson, Elliot Handler und dessen Frau Ruth in einer Garage gegründet, ist Mattel heute der größte Spielzeugkonzern der Welt. 2016 machten die Amerikaner einen Umsatz von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro. Bekannt wurde Mattel durch seine Barbie-Puppen und die Masters-of-the-Universe-Action-Figuren. Seit einiger Zeit hat Mattel aber mit schwindender Nachfrage zu kämpfen. Die Barbie-Figuren finden immer weniger junge Fans. Die Toys 'R' Us-Insolvenz versetzt Mattel einen zusätzlichen Schlag.