Fahne mit SMA Solar Technologie-Schriftzug

Konzern wieder unter Strom Massiver Aufschwung bei SMA

Stand: 14.05.2020, 16:18 Uhr

Noch im vergangenen Sommer befand sich SMA Solar im Rückwärtsgang – nun läuft das Geschäft wieder besser. Trotz Krise will der Konzern an seinem Ausblick festhalten.

Für den nordhessischen Hersteller von Wechselrichtern verlief das erste Quartal erfolgreich. Der Umsatz stieg um 72 Prozent auf 288 Millionen Euro, während das Ebitda von 0,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 12,3 Millionen Euro sprang. "Auch der Auftragseingang entwickelte sich mit 330 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres weiterhin sehr gut", betonte Vorstandschef Jürgen Reinert. Dennoch fiel das Konzernergebnis negativ aus: In den ersten drei Monaten lag der Fehlbetrag bei minus 0,3 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch minus 10,6 Millionen Euro gewesen.

Hohe Abhängigkeit vom Projektgeschäft

Vor allem das Projektgeschäft in den USA sowie das Handelsgeschäft in Europa habe zu dem guten Ergebnis beigetragen. "Die Hauptmärkte für SMA waren im Berichtszeitraum USA, Deutschland und Australien." Ein Großprojekt in den USA habe dafür gesorgt, dass das Segment für leistungsstarke Wechselrichter für internationale Solar-Kraftwerke ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen konnte. Dieser stieg gegenüber dem Vorjahr um 140 Prozent auf 138 Millionen Euro.

Das Segment machte damit einen Anteil von gut 48 Prozent am Gesamtumsatz von SMA aus. Trotz des hohen Umsatzes lag das Ebit in diesem Segment mit minus 4,1 Millionen Euro im roten Bereich. Anhaltender Preisdruck und gestiegene Transportkosten hätten auf das Ergebnis gedrückt. Insbesondere die Transportkosten dürften aufgrund der Corona-Lage auch weiterhin hoch bleiben und SMA weiter beschäftigen.

Jahresprognose bestätigt

Trotz der anhaltenden Pandemie hält das SDax-Mitglied an seinen Zielen für 2020 fest. "Das Coronavirus hat bisher nur geringe negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf", sagte Reinert. So soll der Umsatz im laufenden Jahr weiterhin auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro klettern. Für das Ebitda hat er eine Steigerung auf 50 bis 80 Millionen Euro im Auge.

Im abgelaufenen Jahr stieg das Ebitda von minus 69 auf plus 34 Millionen Euro, fiel aber rund eine Million geringer aus als bei der Vorlage vorläufiger Zahlen im Februar gemeldet. Unter dem Strich dämmte der Konzern seinen Nettoverlust von 175,5 auf 8,6 Millionen Euro ein.

SMA sieht sich für Zukunft gut gerüstet

Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr hätten Kostensenkungsmaßnahmen, eine höhere Kundenzentrierung und eine Stärkung des Vertriebs zu einer deutlichen Verbesserung von Umsatz und Ergebnis gesorgt, heißt es im Quartalsbericht. Ein Joint Venture sorge dafür, dass sich SMA auch im Feld der Elektromobilität positionieren kann. In den vergangenen Jahren hatte SMA vor allem unter der wachsenden Konkurrenz chinesischer Anbieter gelitten.

Nach starkem Start musste der SDax-Titel seine Gewinne wieder abgeben. Die Aktie fiel um rund neun Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 18 Prozent eingebüßt. Auf Fünf-Jahres-Sicht sieht es aber deutlich besser aus: Der Solartitel hat sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt.

ms