Unternehmer Carsten Maschmeyer

Steckt ein Konkurrent dahinter? Maschmeyer Opfer einer Rufmord-Kampagne?

Stand: 14.08.2017, 11:31 Uhr

Ein Versicherungskaufmann hat ein Buch veröffentlicht, in dem er gesteht: Er habe den Ruf von Unternehmer Carsten Maschmeyer geschädigt - gegen 6.000 Euro im Monat. Sein angeblicher Auftraggeber: Maschmeyers Konkurrenz.

"Mein Auftrag: Rufmord" heißt das Buch, das Stefan Schabirosky geschrieben hat. Darin behauptet er, jahrelang Schmutz-Kampagnen gegen Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer lanciert zu haben. Das berichtet das "Handelsblatt".

Anzeigen und manipulierte Dokumente

Bis 2003 arbeitet Schabirosky sogar für Maschmeyer. Er ist angestellt bei dessen Finanzvertrieb AWD. Dann kommt es angeblich zum Streit: Schabirosky wird entlassen. Und bewirbt sich daraufhin bei der Konkurrenz, bei der Frankfurter DVAG.

Die habe ihm 6.000 Euro im Monat gezahlt, behauptet Schabirosky - dafür, dass er Maschmeyers Unternehmen vernichtet. Er habe Internetseiten vermeintlicher AWD-Hasser bauen lassen, habe anonym Strafanzeige gegen die AWD gestellt. Und er habe mit teils manipulierten Dokumenten Journalisten getäuscht.

Warum Schabirosky die Geschichte veröffentlicht

Der Versicherungskaufmann behauptet, er hätte eine Prämie von der DVAG erhalten sollen, wenn er tatsächlich Maschmeyers Unternehmen zerstört. Im Jahr 2007 verkauft Maschmeyer die AWD an den Versicherungskonzern Swiss Life. Schabirosky ist am Ziel.

Nun will er seine Prämie einstreichen. Doch die DVAG weigert sich angeblich, zu zahlen. Nach mehreren Jahren des Tauziehens veröffentlicht Schabirosky nun sein Buch.

Seine Geschichte versucht er mit Emails und Dokumenten zu belegen. Es wird sich zeigen, ob diese Beweiskette ausreichen wird, um die Öffentlichkeit noch einmal zu überzeugen.

DVAG widerspricht

Die Deutsche Vermögensberatung weist die Vorwürfe zurück. In einer Pressemitteilung erklärt der Finanzkonzern, Schabirosky habe eigenverantwortlich und "ohne konkrete Aufträge seitens der DVAG" gearbeitet. Als klar geworden sei, dass Schabirosky seine Position für einen persönlichen Rachefeldzug gegen seinen früheren Arbeitgeber nutze, habe sich die DVAG von ihm getrennt. Er habe eidesstattlich versichert, dass etwaige Gesetzesbrüche nicht auf Weisung des Unternehmens stattgefunden hätten.

cw