Marlboro-Mann

Altria will Juul kaufen Marlboro-Mann bald im E-Zigaretten-Dunst?

Stand: 29.11.2018, 08:17 Uhr

Der Marlboro-Hersteller Altria erwägt einen Einstieg bei der E-Zigaretten-Firma Juul. Da das Rauchen wegen der gesundheitlichen Gefahren immer mehr außer Mode gerät, sind die Tabakkonzerne auf der Suche nach alternativen Einnahmequellen. Aber auch das bringt Probleme.

Altria und Juul seien in Gesprächen über eine Beteiligung, auch wenn kein unmittelbarer Abschluss bevorstehe, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider. Altria und Juul äußerten sich zunächst nicht.

Sollte es zu einem Deal kommen, hätte dieser wohl große Dimensionen: Das mit über 1.000 Mitarbeitern in San Francisco ansässige Start-up Juul Labs wurde bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit 16 Milliarden Dollar bewertet, was etwa 14 Milliareden Euro entspricht. Altria könnte über Juul eine boomende neue Marktnische erschließen. Das Hauptgeschäft schrumpft, da weniger klassische Zigaretten geraucht werden. Philip Morris qualmt schon zunehmend rauchfrei.

Juul E-Zigaretten

Juul E-Zigaretten. | Bildquelle: Imago

Umstrittene Alternative

Juul verzeichnet rasantes Wachstum mit neuartigen E-Zigaretten, die an USB-Sticks erinnern und über die aromatisierter, nikotinhaltiger Dampf eingeatmet werden kann. Die Firma vermarktet die Produkte als gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten, die Rauchern beim Entzug helfen soll. Doch die Geräte haben in den USA einen Hype bei Jugendlichen. Sie sind deshalb umstritten und im Visier der Aufseher.

Vor rund zwei Wochen hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA ferner das Aus für den Verkauf von bestimmten Flüssigkeiten für E-Zigaretten angekündigt. Diejenigen mit Frucht- oder Süßigkeiten-Aromen dürfen künftig nicht mehr in Supermärkten und Tankstellen verkauft werden. Außerdem würden die Alterskontrollen beim Online-Kauf verschärft. Damit will die Behörde den Boom von E-Zigaretten bei Teenagern eindämmen.

Eventuell hält der Hype auch nicht, was sich die Manager davon versprechen. Erst im Oktober hatte der britische Tabakkonzern BAT die Umsatzprognose für E-Zigaretten und andere neuartige Tabakprodukte für 2019 gesenkt.

ts