Ein Fiat-Logo wird poliert

Gewinnwarnung Marchionnes Tod überschattet die Fiat Chrysler-Zahlen

Stand: 25.07.2018, 14:30 Uhr

Für den italienisch-amerikanischen Autobauer kommt es knüppeldick. Nicht nur der überrraschende Tod des langjährigen Konzernlenkers Sergio Marchionne nach Komplikation bei einer Operation belasten, auch die Prognosesenkung kommt nicht gut an.

Fiat Chrysler hat die neue Ära nach dem Tod von Sergio Marchionne mit deutlich gesenkten Unternehmenszielen denkbar schlecht eingeläutet. Die Aktien des italienisch-amerikanischen Autobauers brachen in Mailand um bis zu 11 Prozent auf 14,734 Euro ein - das bedeutete den höchsten Tagesverlust seit Januar 2017 und den tiefsten Kursstand seit Anfang dieses Jahres.

B5 aktuell Börse
Audio

B5 Börse 16.43 Uhr: Autoaktien im Rückwärtsgang

Die an der Wall Street gelisteten Anteilsscheine büßten vorbörslich rund 8 Prozent ein. Auch wegen Problemen mit chinesischen Importzöllen kappte Fiat Chrysler seine Prognose für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 7,5 bis 8 Milliarden Euro. Zuvor hatten noch mindestens 8,7 Milliarden Euro im Plan gestanden. Auch beim Umsatz ist der Konzern nun vorsichtiger: Dieser dürfte nun zwischen 115 und 118 Milliarden Euro landen, nach zuvor anvisierten rund 125 Milliarden Euro

Die Umsatz- und Gewinnwarnung von Fiat-Chrysler hat am Mittwoch den europäischen Automobilsektor belastet. Mit einem Abschlag von 2,3 Prozent waren Automobilwerte der größte Verlierer unter den Sektoren. Für BMW, Daimler, Volkswagen, Infineon und Continental reichten die Verluste von 1,6 bis zu 2,9 Prozent.

"Nach den überraschend starken Zahlen von PSA ist das nun eine Hiobsbotschaft für die Branche", sagte ein Händler. Am Vortag hatten euphorisch aufgenommene Geschäftszahlen der Franzosen die gesamte Branche nach oben getrieben. Nun aber führe die Warnung der Italiener den Aktionären die mit den Importzöllen auf Autos verbundenen Risiken des zunehmenden Protektionismus für die Bilanzen der Branche eindringlich vor Augen.

Und auch von den Gesprächen zwischen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker mit dem US-Präsidenten Donald Trump am Abend in den USA sei "wohl nichts Gutes für die Autoindustrie zu erwarten", sagte der Händler.