MAN TGX EfficientLine

Anleger bekommen höhere Abfindung MAN: VW kündigt Beherrschungsvertrag

Stand: 22.08.2018, 10:21 Uhr

Das wurde der VW-Tochter Volkswagen Truck & Bus zu teuer: Die von MAN-Anlegern gerichtlich erstrittene Garantiedividende von 5,47 Euro je Aktie lässt das Unternehmen handeln. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wird gekündigt.

Das wäre vielleicht zu schön gewesen: 5,50 Euro Dividende bei einem MAN-Kurs von 93 Euro, das macht eine Dividendenrendite von fast sechs Prozent, und das bei stark begrenztem Risiko. Vor einigen Wochen hatte das Oberlandesgericht München die Erhöhung der garantierten Dividende von 3,07 auf 5,47 je Anteilsschein bestätigt.

Dividende zu teuer

Laut VW Truck & Bus steht diese Ausschüttung "in keinem angemessenen Verhältnis" zur Gewinnabführung der Tochter MAN. Anleger können nun das, ebenfalls gerichtlich erhöhte, Abfindungsangebot in Höhe von 90,29 Euro annehmen. Das muss allerdings binnen der kommenden zwei Monate geschehen, bis dahin ist die Kündigung des Beherrschungsvertrages wirksam.

Den MAN-Aktionären kommen außerdem wohl Nachzahlungen für die Dividenden der vergangenen Jahre zu, die laut Gericht bereits zu niedrig ausgefallen sind. VW Truck & Bus muss sich auf Kosten von rund 300 Millionen Euro dafür einstellen.

Andienen oder an Bord bleiben?

MAN ist zu 76 Prozent im Besitz der Konzernmutter Volkswagen. Die MAN-Aktie, einst Mitglied im Deutschen Aktienindex, wird aber weiter munter an der Börse gehandelt, wenn auch die Handelsumsätze naturgemäß nicht allzu hoch sind. Wer als MAN-Aktionär allerdings weiter an Bord bleiben will, kann freilich auch weiter auf die Zukunft des Unternehmens spekulieren.

VW, zu dessen Lastwagengeschäft außer MAN auch die schwedische Scania, will in den kommenden zwölf Monaten einen Börsengang der Sparte möglich machen, das VW-Truck & Bus-Chef Andreas Renschler im April angekündigt. Davor könnte das Lkw-Geschäft von MAN aus dem noch immer börsennotierten Unternehmensmantel herausgelöst werden. Die verbliebenen Minderheitsaktionäre könnten dann als Abfindung Aktien des VW-Lkw-Konzerns erhalten, der wohl unter dem Namen "Traton" laufen soll.

Beherrschte Aktien mit Pepp

Für Anleger sind Aktien beherrschter Unternehmen zumeist ein gutes Geschäft mit begrenzten Risiken.  In Deutschland bestehen solche Verträge etwa mit Kabel Deutschland, der Derviatebörse Euwax oder dem Maschinenbauer Homag, die allesamt "beherrscht" werden. (s. unser Hintergrund: Beherrschte Aktien bevorzugt)

AB