Dividenden der Deutschen Telekom

Dividendenpolitik Magere Zeiten für Telekom-Aktionäre?

Stand: 08.08.2019, 09:30 Uhr

Die T-Aktie schlummert in zahlreichen Depots. Anleger der ersten Stunde, die sich von den Werbespots mit Manfred Krug verführen ließen, sitzen noch auf hohen Verlusten. Ein Trost war für viele die beständig hohe Dividende. Doch die Dividende wackelt.

Grund ist der „große Deal“ von Telekom-Chef Tim Höttges in Amerika. Vor kurzem hat das US-Justizministerium seine Zustimmung zum milliardenschweren Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint gegeben. Für die Telekom-Aktionäre birgt der Mega-Deal Risiken, denn die teure Fusion könnte das Ergebnis  je Aktie nach unten drücken. Und am bereinigten Ergebnis je Aktie will die Telekom ab dem Geschäftsjahr 2019 die Dividende bemessen.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus dem um Sondereinflüsse bereinigten, den Eigentümern des Mutterunternehmens zugerechneten Überschuss im Verhältnis zur angepassten gewichteten durchschnittlichen Anzahl ausstehender Stammaktien, heißt es dazu im Bericht des ersten Quartals 2019.

Im Jahr 2018 erreichte das bereinigte Ergebnis je Aktie 96 Cent. Die derzeit noch gültige Prognose sieht für 2019 einen Anstieg vor. Sollte es zur Sprint-Übernahme kommen, wird man über einige Kennziffern im Konzernmanagement aber gewiss neu nachdenken.

Die Konsequenzen für die Dividende

In den vergangenen Jahren schaffte es der Konzern regelmäßig, die Ausschüttung zu steigern. Waren es im Jahr 2014 noch 50 Cent Dividende je Aktie, erreichte der Wert im vergangenen Jahr bereits 70 Cent – so viel wie zuletzt im Jahr 2012.

Die Sprint-Fusion könnte diesem positiven Trend ein Ende bereiten. Laut Thomas Deser, Senior-Portfoliomanager bei Union Investment, müsste T-Mobile US den US-Konkurrenten samt Schulden übernehmen und die Integrationskosten seien seiner Ansicht nach sehr hoch. „Eine Herabstufung beim Kreditrating wäre zu befürchten.“

T-Mobile und Sprint-Läden in New York

T-Mobile und Sprint. | Bildquelle: Imago

Überraschend wäre ein Dividendenrückgang also nicht. Analysten warnten bereits seit längerem vor den Konsequenzen: Berenberg-Experte Usman Ghazi unterstrich jüngst in einer Studie, durch den Zusammenschluss drohe den Investoren die avisierte Kürzung bei der Telekom-Dividende von rund 30 Prozent. Sollte die Übernahme gelingen, werde es zunächst durch die Fusionskosten teuer für die Telekom, weiß auch Ghazi.

Für das Analysehaus Jefferies schreibt auch Analyst Ulrich Rathe, bei der Telekom stelle sich nun die Frage nach der Gefahr einer sinkenden Dividende. Rathe meint aber auch, dass durch erwartete Mittel aus dem Verkauf von Geschäftsteilen an den Satelliten-TV-Anbieter Dish eine Kürzung vielleicht vermieden werden könne. 

Telekom-Vorstand Timotheus Höttges auf der Hauptversammlung 2019

Telekom-Hauptversammlung. | Bildquelle: Deutsche Telekom

Erst zahlen, dann sparen

Selbst Höttges hatte im März dieses Jahres eingeräumt: „Übernehmen wir das Unternehmen Sprint, entstehen Anlaufkosten.“ „Für diesen Fall sichern wir die Dividende ab. 50 Cent sollen es mindestens sein“, so der Vorstandschef. Die Telekom kalkuliert übrigens nach Anlaufkosten mit jährlichen Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Dollar durch die Sprint-Übernahme. Insgesamt sollen die Einsparungen 43 Milliarden Dollar betragen.

ts

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Fünf Mythen über Dividenden-Aktien Nicht in die Falle tappen

Eurozeichen scheint in einem Auge auf

Mythos 1: Aktien mit der höchsten Dividendenrendite sind die besten.
Nein. Mit Aktien von Daimler ließ sich in diesem Jahr zwar eine Dividendenrendite von 6,4 Prozent erzielen, kleinere Firmen wie Telefonica Deutschland brachten es sogar auf über 10,0 Prozent. Doch ein Engagement in diesen Papieren war mit hohen Risiken und entsprechend heftigen Kursverlusten verbunden. So dümpelt der Kurs von Daimler auf dem niedrigsten Stand seit über fünf Jahren dahin. Das gilt auch für viele andere Dividendenkönige. Eine Garantie für gute und stabile Firmen sind hohe Dividendenrenditen also keineswegs.

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