BioNTech-Labor

Zulassungsantrag steht bevor Machen Pfizer und BioNtech das Impfstoff-Rennen?

Stand: 29.10.2020, 10:14 Uhr

Im Wettrennen um einen Impfstoff könnten Pfizer und BioNtech einem Medienbericht zufolge weit vorn liegen. Demnach könnte das Mittel vor Weihnachten schon verteilt werden. Andere sind etwas weniger optimistisch.

Der Corona-Impfstoff des Mainzer Biotechunternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer könnte noch vor dem konkurrierenden Vakzin von AstraZeneca verfügbar sein, berichtet die britische "Times" unter Berufung auf britische Regierungskreise am Mittwoch.

Die Regierung in London gehe davon aus, dass der Impfstoff noch vor Weihnachten verteilt werden könnte, heißt es in dem Bericht. BioNTech und Pfizer hatten zuvor angekündigt, bei positiven Studienergebnissen den Zulassungsantrag für ihren Corona-Impfstoff Ende November einzureichen.

Angesichts der in Öffentlichkeit, Medien und Politik als äußerst bedrohlich beurteilten Corona-Lage ist es nicht überraschend, dass der Frage nach der Verfügbarkeit eines Impfstoffes hohe Priorität eingeräumt wird. Wann ein solcher tatsächlich zur Verfügung steht, ist ungewiss.   

Pfizer und BioNTech gehören neben dem US-Unternehmen Moderna und der britischen AstraZeneca zum Kreis der führenden Pharmahersteller im Rennen um einen Impfstoff.

Pfizer arbeitet an Corona-Impfstoff

Pfizer. | Bildquelle: picture alliance / ZUMA Press

"Nicht vor Januar"

In den USA wird es nach Ansicht des renommierten Immunologen Anthony Fauci vor Januar keinen Corona-Impfstoff geben. Klinische Studien für zwei experimentelle Impfstoffe seien weit fortgeschritten, die Erteilung einer Notfallzulassung durch die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) sei jedoch nicht vor Januar zu erwarten, hatte Fauci in einer Videoschalte mit dem Fachmagazin "Jama Network" erklärt. Fauci sagte, "es könnte Januar sein, es könnte später sein, das wissen wir nicht".

Die am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien sind auch Fauci zufolge jene für die Impfstoffe des Biotech-Unternehmens Moderna und die Studie von Pfizer und BioNtech. Für eine Notfallzulassung der FDA müssten die Daten der Hersteller die Verträglichkeit und die "anhaltende Wirksamkeit" ihres Impfstoffs belegen, sagte Fauci.

Scott Morrison (l.), Australiens Premierminister besichtigt Astrazeneca-Labor

Astrazeneca. | Bildquelle: picture alliance / N. Moir / SMH / dpa

Fauci leitet das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) und ist Mitglied der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Er gilt als integrer und unabhängiger Experte.

Weltweit befinden sich mehrere experimentelle Impfstoffe in großen klinischen Studien. Eine Notfallgenehmigung der FDA entspräche noch keiner regulären Zulassung, deren Hürden deutlich höher sind. Mit der ersten Genehmigung könnte zum Beispiel aber bereits das Impfen von Angehörigen von Risikogruppen und medizinischem Personal beginnen.

ts/rtr/dpa