Lyft-Fahrer zwischen gelben Taxis in New York

Unerlaubtes Shortselling? Lyft will Morgan Stanley verklagen

Stand: 09.04.2019, 11:54 Uhr

Der Fahrdienstleister will einen Grund für den Kursverfall seiner Aktie gefunden haben. Der Börsenneuling verdächtigt die US-Investmentbank Morgan Stanley, Produkte verkauft zu haben, die Druck auf den Kurs ausüben.

Noch immer notiert die Lyft-Aktie unter ihrem Ausgabepreis von 72 Dollar. Zum Börsendebüt Ende März war der Kurs schnell nach oben geschossen, hatte aber bereits wenige Tage nach dem IPO abwärts gedreht. Hauptgrund ist sicherlich die Stimmung am Markt und unter Experten zu dem Titel und den Wachstumschancen des Fahrdienstleisters. Derzeit empfiehlt nur eine kleine Minderheit der Analysten den Kauf der Lyft-Aktie.

Lock-up umgangen?

Das Unternehmen hat aber offenbar Hinweise darauf, dass durch bestimmte Finanzwetten der Kurs des Papiers zusätzlich unter Druck gebracht wurde. Lyft beschuldigt die Investmentbank Morgan Stanley, Leerverkäufe für Investoren ermöglicht zu haben, die eigentlich an eine Lock-up-Vereinbarung gebunden sind. Über diese Konstruktion könnten diese ihre Halteverpflichtung umgehen. Der Leerverkäufer kauft die Aktie später zurück, in der Hoffnung, dass sie zwischenzeitlich gefallen ist. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und späterem Kaufpreis ist sein Gewinn.

In einem Brief der Anwälte Lyfts vom 2. April fordert das Unternehmen die Bank auf, die Vermarktung dieses Shortselling-Produktes zu stoppen, das Lyft zufolge den Handel seiner Aktien störte, wie CNBC kürzlich berichtete. Der Fahrdienstleister drohte in diesem Zuge mit rechtlichen Schritten.

Kein "Short-Druck" aufgebaut

In dem Brief wurde ein Artikel der "New York Post" zitiert, die darüber schrieb, dass die US-Bank ein Produkt vermarktete, das den Pre-IPO-Aktionären von Lyft eine Möglichkeit bot, die getroffenen Lock-up-Vereinbarungen zu umgehen, die sie daran hindern, für mindestens sechs Monate nach dem Börsengang Aktien zu verkaufen. Gegenüber CNBC hat Morgan Stanley inzwischen die Vorwürfe bestritten. "Die Tätigkeit unserer Firma war im normalen Verlauf des Market Making, und jede Andeutung, dass Morgen Stanley sich bemüht hat, 'Short-Druck' auf Lyft auszuüben, ist falsch", ergänzte der Sprecher der Investmentbank.

Die Regulierungsbehörde FINRA (Financial Industry Regulatory Authority) hat laut CNBC bereits Untersuchungen eingeleitet. Auch die Securities and Exchange Commission (SEC) könnte die Ermittlungen laut dem Sender bald aufnehmen.

AB