Mille Feux-Parfüm von LVMH

Corona-Krise oblige LVMH: Desinfektionsmittel statt Parfüm

Stand: 16.03.2020, 08:30 Uhr

Frankreichs reichster Mann eilt der Regierung zu Hilfe und will in seinen Fabriken Handdesinfektionsmittel herstellen, statt Parfüms für Dior oder Givenchy.

Die Desinfektionsmittel sollen den französischen Gesundheitsbehörden kostenlos überlassen werden, kündigte der Konzern an. In Anbetracht einer drohenden Knappheit hat Bernard Arnault die Kosmetik- und Parfümsparte von LVMH angewiesen, die Fabriken für die Herstellung großer Mengen hydroalkoholischen Gels vorzubereiten, so LVMH in einer Mitteilung.

Arnault leitet den Konzern, dessen Leiter und Hauptanteilseigner er auch ist. LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern. Zu der Gruppe gehören unter anderem Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot Ponsardin und Krug sowie Modehäuser wie Kenzo und Fendi.

Reichster Mann Europas

Zum Weltmarktführer der Luxusindustrie gehören neben bekannten Modemarken wie Dior und Givenchy auch der Champagnerhersteller Veuve Cliquot, der Cognac-Brenner Hennessy sowie Uhren- und Schmucklabels.

Mit einem Vermögen von geschätzten 84,5 Milliarden Dollar ist Arnault der reichste Mann Europas und Nummer vier im weltweiten Forbes-Ranking.

Aktie hat gut ein Viertel an Wert verloren

Von dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist auch Frankreich stark betroffen mit zuletzt fast 6.000 Infizierten. Dadurch sind im ganzen Land Desinfektionsmittel schon seit Wochen vergriffen.

Wegen der Corona-Krise hat LVMH bereits seit Jahresbeginn heftige Einbußen erlitten, weil ein Großteil der Produkte in China verkauft wird, der (Hong Kong eingeschlossen) mit Abstand wichtigste Einzelmarkt für Luxusprodukte. Entsprechend ist die Aktie in den letzten vier Wochen unter Druck geraten und hat gut ein Viertel an Wert verloren.

lg