Adidas-Schriftzug auf einem Schuh

Nach glänzendem Geschäft 2018 Adidas muss Tempo drosseln

Stand: 13.03.2019, 09:08 Uhr

Adidas hat im vergangenen Jahr dank der Fußball-WM und guter Geschäfte in Nordamerika und China glänzend verdient. Daran sollen auch die Anleger in Form einer höheren Dividende teilhaben. Im laufenden Jahr muss der Sportartikelhersteller allerdings das Tempo drosseln.

Der Umsatz soll nunmehr währungsbereinigt zwischen fünf bis acht Prozent zulegen, für den Gewinn aus fortgeführtem Geschäft wird ein Plus zwischen 10 bis 14 Prozent erwartet, auf 1,88 bis 1,95 Milliarden Euro. Das ist etwas weniger als im vergangenen Jahr. Entsprechend enttäuscht reagieren die Anleger. Im frühen Handel fällt der Dax-Titel über fünf Prozent, nachdem er allerdings seit dem Tief Ende Dezember um 16 Prozent gestiegen war.

Ausgebremst wird Adidas ausgerechnet von Produktionsengpässen. Die Nachfrage nach Sportkleidung im mittleren Preissegment sei vor allem in Nordamerika so hoch, dass sie zumindest in der ersten Jahreshälfte "nicht sofort vollständig bedient werden" könne, räumte das Unternehmen ein. Dadurch werde der Umsatz in diesem Jahr wechselkursbereinigt nur um fünf bis acht Prozent zulegen, ohne die Nachschubprobleme wären ein bis zwei Prozentpunkte mehr drin gewesen.

Operative Marge gesteigert

Adidas-Chef Kasper Rorsted

Adidas-Chef Kasper Rorsted . | Bildquelle: Imago

Mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China hätten die Engpässe nichts zu tun, sondern mit dem starken Wachstum in den USA, betonte Vorstandschef Kasper Rorsted im Wirtschaftssender CNBC. "Das ist ein Nachfrageproblem. Das ist sehr ärgerlich." Die meisten Sporttextilien weltweit werden in Asien gefertigt. Konkurrenten wie Nike und Puma haben bisher nicht über Produktionsengpässe berichtet.

Im vergangenen Jahr hat Adidas den Umsatz währungsbereinigt um acht Prozent auf 21,9 Milliarden Euro gesteigert. In Euro lag das Plus aber nur bei drei Prozent. Die operative Marge stieg um 1,1 Prozent auf 10,8 Prozent.

Dividende steigt um 29 Prozent

Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft - also ohne die 2017 verkaufte Eishockey-Marke CCM - schnellte um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. "Das war mit Abstand das beste Jahr in der Geschichte von Adidas", sagte Rorsted. Die Dividende soll deshalb auf 3,35 Euro je Aktie steigen, nach 2,60 Euro im vergangenen Jahr. Dies bedeutet eine Erhöhung um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Geschäft in Europa, wo Adidas noch rund ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet, schwächelte zuletzt. Im vierten Quartal stand ein Umsatzschwund von sechs Prozent zu Buche. "Wir kriegen das wieder hin", zeigte sich Rorsted zuversichtlich.

Aktienrückkäufe gehen weiter

Im Lauf des Jahres soll die Trendwende gelingen, im Gesamtjahr soll der Umsatz leicht steigen. Das Sorgenkind Reebok musste erneut einen Umsatzrückgang um drei Prozent hinnehmen, sei aber operativ in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Seit 2016 habe die US-Marke ihr Ergebnis um 150 Millionen Euro verbessert.

Ferner will Adidas das mehrjährige Aktienrückkaufprogramm fortsetzen, das im März 2018 gestartet worden war. Insgesamt sollen im Rahmen des Programms bis Mai 2021 eigene Aktien im Wert von bis zu 3,0 Milliarden Euro zurückerworben werden. Im vergangenen Jahr hat Adidas eigene Aktien für einen Gesamtbetrag von einer Milliarde Euro zurückgekauft hat, beabsichtigt das Unternehmen, im Jahr 2019 eigene Aktien im Wert von 800 Millionen Euro zurückzukaufen.

lg