Lufthansa-Boeing 747-400 im Landeanflug auf Berlin-Tegel

Flapsige Äußerung schlägt hohe Wellen Lufthansa und die Abrissbirne

Stand: 19.03.2018, 08:17 Uhr

Wer den Schaden hat... Der neue Berliner Hauptstadtflughafen BER ist bekanntlich eine Dauerbaustelle. Anlass genug für so manch bitteren Kommentar, auch aus den Reihen der Lufthansa. Aber ist das wirklich ernst gemeint?

Lufthansa-Vorstandsmitglied Thorsten Dirks wird jedenfalls in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zum Thema Berliner Hauptstadtflughafen (BER) mit den Worten zitiert: "Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut."

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,17
Differenz relativ
+1,13%

Ein Zitat, das beim Flughafen, dem Berliner Senat und Verantwortlichen in Brandenburg hohe Wellen schlägt. So sagte die Sprecherin des Berliner Senats, Claudia Sünder, gegenüber der "Deutschen Presse-Agentur": "Die drei Gesellschafter sind sich einig: Der Flughafen wird fertiggebaut." Flughafen-Chef Engelbert Lütke-Daldrup bemerkte zu den Äußerungen: "Das ist Unsinn."

Nicht ganz ernst gemeint

Auch die Lufthansa bemühte sich umgehend um Klarstellung. Die Aussagen seien eine zugespitzte Äußerung, um auf das Ausmaß der Probleme beim Flughafen hinzuweisen, erklärte Matthias Eberle, der Sprecher der Lufthansa-Billigflug-Tochter Eurowings. Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels stellte klar, das Unternehmen habe auf keinen Fall für einen Abriss des Flughafens plädieren wollen. Dirks hatte seine Äußerung auf dem "Unternehmertag am Tegernsee" gemacht, wo er als Eurowings-Chef auftrat.

Thorsten Dirks

Thorsten Dirks. | Bildquelle: dpa

Alles also halb so schlimm, der berühmte Sturm im Wasserglas eben. Aber auch wenn die Äußerung nur zugespitzt war, der missglückte Flughafenbau bleibt ein Reizthema. Zahlreiche Eröffnungstermine konnten bekanntlich nicht gehalten werden. Planmäßig soll BER jetzt im Oktober 2020 fertig werden. Dies bestätigte Lütke-Daldrup. Flughafensprecher Hannes Hönemann fügte hinzu, es gehe mittlerweile nicht mehr um den Bau, sondern um Mängelbeseitigung.

Lufthansa im Aufwind

Nötig hat die Lufthansa die Diskussion nicht, wie die jüngsten Zahlen der Kranich-Airline für 2017 zeigen. Ein Rekordergebnis, das es in sich hatte - mit einem im Jahresvergleich um 70 Prozent höheren operativen Ergebnis (bereinigtes Ebit) von 2,97 Milliarden Euro.

Die Börse hat das LH-Papier schon länger entdeckt und es im vergangenen Jahr raketenartig bis auf Kurse um 31 Euro nach oben getrieben. Ein funktionierender Hauptstadtflughafen wäre sicher ganz im Sinne der führenden deutschen Fluggesellschaft.

rm

1/14

Die Geschichte der Lufthansa in Bildern Galerie

Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926

Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926
In den 20er Jahren war das Fliegen nicht immer besonders bequem, aber dafür recht exklusiv. Nur besonders Vermögende konnten es sich leisten, mit dem Flugzeug zu reisen.