Flugzeuge von Condor und Lufthansa auf einem Rollfeld
Audio

Kooperation beim Codesharing Lufthansa und Condor kommen sich näher

Stand: 23.08.2019, 10:38 Uhr

Nachdem die Übernahme von Condor vorerst nicht zustande kommt, will die Lufthansa enger mit der Thomas-Cook-Tochter zusammenarbeiten. Auf der Langstrecke sollen angeblich gemeinsame Flüge angeboten werden - via Codesharing.

Die Preisschlacht unter Europas Airlines macht der Lufthansa schwer zu schaffen. Mitte Juni musste die Kranich-Airline ihre Jahresprognose kappen. Größtes Sorgenkind ist die Eurowings. Die Billig-Tochter wird voraussichtlich auch im nächsten Jahr noch keine Gewinne machen. Den Konzernplänen zufolge soll erst 2021 die Gewinnschwelle erreicht werden – statt wie geplant 2019. Wenigstens hat sich die Pünktlichkeit von Eurowings in diesem Jahr deutlich verbessert.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will bei der Preisschlacht nicht mitmachen und kritisiert die Kampfpreise der Konkurrenz – "nicht nur, weil 5-Euro-Tickets das System verstopfen, sondern weil sie uns auch angreifbar machen für Kritik". Spohr verlangt von Eurowings-Chef Thorsten Dirks, die Kosten kräftig zu senken.

Zu viele Überlappungen bei Langstreckenverbindungen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,25
Differenz relativ
-0,03%

Ein anderer Weg zu mehr Profitabilität könnten verstärkte Kooperationen sein. So will laut Insidern die Lufthansa mit der Condor enger zusammenarbeiten - beim Codesharing. Den Insidern zufolge gibt es Überlappungen bei Langstreckenverbindungen. Beim Codesharing bieten Airlines gleiche Flüge jeweils unter einer eigenen Flugnummer an. Dies bedeutet für Kunden mehr Auswahl und Flexibilität beim Buchen. Die Fluggesellschaften profitieren von besserer Vermarktung und besserer Auslastung. Eine Einigung könnte es noch vor Jahresende geben.

Noch vor wenigen Wochen hoffte die Lufthansa darauf, die Condor schlucken zu können. Doch daraus wird nun nichts- vorerst zumindest. Condor steht nicht mehr zum Verkauf an. Die Condor-Mutter, der Reiseveranstalter Thomas Cook, soll zunächst einmal vom chinesischen Club-Med-Eigentümer Fosun vor dem Aus gerettet werden. Die Touristik-Sparte wird mit der Sanierung vom Ferienfluggeschäft mit der deutschen Condor getrennt, die Zusammenarbeit soll aber weitergehen.

Aktie von Thomas Cook etwas erholt

Die Aktie von Thomas Cook legt am Freitag fast sechs Prozent zu – allerdings auf niedrigem Niveau. Mit 0,087 Euro liegen die Papiere nahe ihres Rekordtiefs.

Thomas Cook steckt in Turbulenzen. Die Nettoschulden sind auf rund 1,6 Milliarden Pfund geklettert. Neben den Zuschüssen des chinesischen Großaktionärs Fosun will sich der Reiseveranstalter noch eine weitere Finanzspritze über 150 Millionen Pfund besorgen.

Lufthansa will profitabler werden

Die Titel der Lufthansa steigen um mehr als zwei Prozent. Die Papiere bewegen sich wieder auf ihre 21 Tage-Linie bei 14 Euro zu. Grund dafür ist aber weniger die mögliche engere Kooperation mit Condor, sondern Spekulationen über neue Profitabilitätsziele der Kranich-Airline. Laut "Manager Magazin" arbeitet der Vorstand an einem Plan, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in absehbarer Zeit auf drei Milliarden Euro und mehr hochzutreiben. Bislang habe intern ein Ergebnis von rund zwei Milliarden Euro als zufriedenstellend gegolten.

nb

1/14

Die Geschichte der Lufthansa in Bildern Galerie

Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926

Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926
In den 20er Jahren war das Fliegen nicht immer besonders bequem, aber dafür recht exklusiv. Nur besonders Vermögende konnten es sich leisten, mit dem Flugzeug zu reisen.