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Teurer Sprit und Überkapazitäten Lufthansa trudelt in der Verlustzone

Stand: 30.04.2019, 11:15 Uhr

Ein schwaches erstes Quartal, ein dicker Nettoverlust - aber Hoffnung auf Besserung im Jahresverlauf. Mit diesen Botschaften müssen Anleger am Dienstag erst einmal klar kommen. Die Aktie verliert erst einmal.

Mit knapp zwei Prozent Verlust ist das Papier am Mittag einer der schwächsten Dax-Werte. Nachdem die Aktie nach Bekanntgabe der vorläufigen Quartalsergebnisse vor zwei Wochen bereits in die Knie gegangen war, gibt es nun durch weitere Details auch keine grundlegende Entwarnung für das Unternehmen und seine Anteilseigner.

Eurowings als Kostenfaktor

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Da wäre etwa der Nettoverlust, der sich im Berichtszeitraum deutlich ausgeweitet hat: Nach 39 Millionen Euro Miesen im Vorjahreszeitraum sind die roten Zahlen von Januar bis März 2019 auf 342 Millionen Euro angewachsen. Einerseits sind dafür gestiegene Spritpreise verantwortlich. Zum anderen schlugen aber auch Kosten für die Billig-Tochter Eurowings erheblich durch. Sie erwirtschaftete im Quartal nur ein Fünftel der Erlöse der Netzwerklinien (Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Eurowings) sorgte aber bereits für drei Viertel des operativen Verlustes, der bei 336 Millionen Euro lag.

In Reaktion auf die Belastungen durch Eurowings wird deren Flugangebot im laufenden Jahr nicht weiter erhöht. Die Lufthansa tritt damit deutlicher auf die Bremse als viele Konkurrenten. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt das Flugangebot um etwa zwei Prozent ausgeweitet, mehr Wachstum ist 2019 in dieser Hinsicht nicht geplant.

Tankrechnung steigt

Auch der Ausblick auf den wichtigen Kostenfaktor Kerosin stimmt nicht unbedingt positiv. Das Unternehmen rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Spritrechnung um 700 Millionen auf 6,8 Milliarden Euro. Damit müssen 50 Millionen Euro mehr für Kerosin aufgewendet werden als bislang erwartet.

Dennoch rechnet der Konzern wie bislang mit einer operativen Rendite von 6,5 bis 8,0 Prozent. In absoluten Zahlen wären dies 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen (Ebit). Gegenüber dem Vorjahresergebnis von 2,8 Milliarden Euro wäre damit nur beim Erreichen des oberen Endes der Spanne ein Zuwachs möglich.

Aktie in der Warteschleife

Die Aktie der Lufthansa hüpft seit gut einem Jahr in einer Spanne zwischen 17 und 25 Euro auf und ab. Eine grundlegende Erholung lässt sich auch aus dem Chart derzeit nicht ablesen.

AB