Lufthansa Airbus A380 und Boeing 747
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Für Fernreisen Lufthansa plant neue Billigmarke

Stand: 29.11.2019, 13:57 Uhr

Für die Langstrecke plant Lufthansa eine neue Billigmarke. Ein Airline-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Medienbericht.

Die neue Airline soll die Interkontinentalstrecken nach Amerika und in die Karibik von der bereits existierenden Billig-Tochter Eurowings übernehmen. Die neue Marke soll im kommenden Jahr eingeführt werden. Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Wirtschaftswoche". "Eine Entscheidung, welcher Name es wird, ist aber noch nicht gefallen", so der Sprecher. Klar ist jedoch: Der neue Markenname soll kein exotischer Kunstname sein.

Mit dem Wechsel verabschiedet sich der Konzern gleichzeitig von einem Grundprinzip. Nachdem Eurowings bislang vor allem Langstrecken außerhalb der großen Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München angeboten hat, verlagert sie nun den Großteil ihrer Fernflüge wieder an diese beiden Airports zurück.

Anhaltende Verluste

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,62
Differenz relativ
+0,64%

Dort sollen dann auch Umsteiger aus dem Netz der Konzernschwester Lufthansa die Maschinen füllen. Vorbild sei die Schweizer Ferienmarke Edelweiss, die auf ähnliche Weise mit Swiss in Zürich kooperiert, berichtet das Düsseldorfer Magazin.

Grund für den Umbau sind nach Angaben der "Wirtschaftswoche" die anhaltenden Verluste der Freizeitrouten nach Übersee. Nach Schätzung von Branchenkennern verdiente die Eurowings hier im Gegensatz zur Kurzstrecke nie Geld. Stattdessen verlor sie pro Flugzeug und Jahr stellenweise bis zu zwei Millionen Euro. Das entspräche einem Minus von bis zu 20 Millionen pro Jahr.

Viele Verspätungen

In den ersten Monaten sei zeitweise ein Drittel aller Flüge verspätet gewesen. In einem Fall seien sogar 68 Stunden Verspätung angefallen. In den letzten Monate habe sich die Situation zwar gebessert, doch nach der hastigen Übernahme von Teilen der Air Berlin sei Eurowings wieder ins Wanken geraten. Nun habe Lufthansa die Notbremse gezogen.

Die Lufthansa-Aktie gehört am Freitag zu den Gewinnern im Dax. Beflügelt wird das Papier vor allem von einer positiven Studie der Credit Suisse. Analyst Neil Glynn hat die Papiere von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 16,24 auf 20,25 Euro angehoben.

lg