Lufthansa Airbus A380 und Boeing 747
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Gewinn deutlich gesunken Lufthansa leidet unter Preiskampf

Stand: 30.07.2019, 08:38 Uhr

Im Airline-Markt wird es - wie am Himmel - immer enger. Die Quartalszahlen des Dax-Unternehmen spiegeln den ruinösen Wettbewerb wider, den sich die Rivalen liefern. Besserung ist erst einmal nicht in Sicht. Die Lufthansa-Aktie kommt ins Trudeln.

Der Titel der Kranich-Aktie fällt am Vormittag um bis zu sieben Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Die Rabattschlacht mit Flugtickets wird wohl auch im Rest des Jahres 2019 weitergehen, das resümierte ein Lufthansa-Sprecher am Morgen nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Besonders der Preiskampf mit Billigairlines im europäischen Geschäft hat die Ergebnisse des Konzerns mit einer Schlagseite versehen. Vor allem in Deutschland und Österreich sei der Wettbewerb mit den expandierenden Billigfluggesellschaften hart. Dazu kommen laut Lufthansa-Finanzchef Ulrik Svensson auch "hohe Überkapazitäten" im Markt.

Überschuss bricht dramatisch ein

Dabei hat die Airline ihre Erlöse sogar um vier Prozent auf 9.6 Milliarden Euro steigern können. Die Ergebnisausbeute zeigt aber deutlich die Spuren des Preisdumpings in den vergangenen Monaten. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdiente das Unternehmen mit 754 Millionen Euro rund ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Neben der harten Konkurrenzsituation spielten dabei auch noch "normale" Effekte wie höhere Kerosinpreise und Triebwerksüberholungen eine Rolle. Der Überschuss sackte wegen einer bereits angekündigten Steuerrückstellung sogar um 70 Prozent auf 226 Millionen Euro ab.

An der gesenkten Prognose für das laufende Gesamtjahr hält das Management seit der Gewinnwarnung vor sechs Wochen fest: Danach soll die Ebit-Marge bei 5,5 bis 6,5 Prozent liegen, das wäre ein Rückgang von 14 bis 28,5 Prozent gegenüber 2018.

Eurowings als Verlustbringer

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,19
Differenz relativ
+1,36%

Die heftigsten Einbußen im abgelaufenen Quartal auf der Ergebnisseite gab es bei der Billigtochter Eurowings. Sie schrieb einen Verlust von 273 Millionen Euro im Quartal, noch deutlich mehr als im Vorjahr. Neben sehr günstigen Ticketpreisen belastete auch die Integration der Geschäftsteile, die die Lufthansa 2017 von der pleite gegangenen Air Berlin übernommen hatte. Eurowings wird nun ein Sparprogramm verordnet, bei dem allerdings keine Entlassungen erfolgen sollen.

Die Lufthansa-Aktie hatte in den vergangenen Monaten bereits heftig Federn lassen müssen, wie die gesamte Airline-Branche auf den Kurszetteln. Binnen der vergangenen drei Monate hat der Titel rund 35 Prozent an Wert verloren, dazu könnten heute weitere Verluste kommen. Die Bestätigung der Jahresprognose dürfte den Titel aber ein wenig stabilisieren.

AB