Lufthansa-Maschine Airbus A340-300 beim Start
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Aktie in Turbulenzen Höhenverlust bei der Lufthansa

Stand: 27.12.2019, 10:26 Uhr

Gerade erst verordnete Lufthansas-Vorstandschef Carsten Spohr mehreren Konzerntöchtern neue Sparprogramme. Außerdem sorgt zum Jahresende die Kabinengewerkschaft Ufo wieder einmal mit einem Streik für Ärger. Was ist bei der Lufthansa los?

Noch vor zwei Jahren schien es, als sei Lufthansa-Chef Carsten Spohr sein Meisterstück gelungen. Die einstige Rivalin Air Berlin war pleite, und Eurowings verleibte sich den Löwenanteil von deren Geschäft ein. Doch was als Geschenk des Himmels erschien, wurde bald zur Last. Eurowings flog 2018 und 2019 in die roten Zahlen.

Im Juni musste Spohr sogar das Gewinnziel des Lufthansa-Konzerns kappen. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) soll 2019 jetzt nur noch 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro erreichen. Analysten erwarten im Schnitt gerade noch gut 2 Milliarden. Das wäre fast ein Drittel weniger als im Rekordjahr 2017.

Jetzt wird Eurowings umgekrempelt, die Betriebskosten müssen runter. Ihr verlustreiches Langstreckengeschäft muss sie an die Mutter abgeben, die Kurz- und Mittelstreckenflotte soll auf etwa 120 Maschinen schrumpfen. Eurowings-Chef Thorsten Dirks gibt die Führung an Jens Bischof ab, der bisher den Ferienflieger Sunexpress führt. Bischof soll Eurowings bis 2021 im operativen Geschäft über die Gewinnschwelle bringen.

Eurowings- und Lufthansa-Maschine

Eurowings- und Lufthansa-Maschine. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Streiks drohen

Derweil setzt Lufthansa-Chef Spohr auch bei den Konzerntöchtern Austrian, Brussels und Lufthansa Cargo den Rotstift an. Bei Austrian fallen 700 bis 800 Jobs weg. Und die Frachtsparte soll künftig nur noch mit halb so vielen, dafür aber größeren und sparsameren Jets abheben.

Beim Catering wagt Spohr sogar den klaren Schnitt: Der Konzern verkauft seine Bordverpflegungssparte LSG Sky Chefs. Das Europa-Geschäft geht für einen nicht genannten Preis an den Konkurrenten Gategroup, die restlichen Teile will die Lufthansa im neuen Jahr anderweitig abstoßen. Ohne Ärger geht das schon jetzt nicht. Vor Weihnachten wurde ein geplanter Streik der LSG-Mitarbeiter erst in letzter Minute von den Arbeitsgerichten gestoppt.

Konnte Spohr zwischenzeitlich froh sein, dass im Dauerkonflikt mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo nach zwei Streiktagen eine Schlichtung eingeleitet wurde, stehen jetzt wieder Streiks bevor. Die Gewerkschaft will an diesem Freitag über die konkreten Streikpläne informieren. Bisher hatte sie lediglich bestätigt, dass es Streiks noch in diesem Jahr geben werde. Ufo möchte um 17.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal der Gewerkschaft über die konkreten Zeiten des Streikaufrufs informieren. Auch soll es dann Informationen geben, welche Teile des Konzerns bestreikt werden sollen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Carsten Spohr. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Lufthansa: Investoren very welcome

Derweil plant die Lufthansa-Führung auch etwas für den Aktienkurs zu tun. So will sich der Konzern stärker für ausländische Anteilseigner öffnen. Bisher muss die Lufthansa nachweisen, dass sie mehrheitlich im Besitz deutscher Aktionäre ist, um ihre Verkehrsrechte zu behalten. Nun könnte sie das Passagiergeschäft ihrer Kernmarke in eine Stiftung überführen, wie schon bei den Auslandstöchtern Austrian und Swiss. Dann dürften sich mehr ausländische Aktionäre am Lufthansa-Konzern beteiligen, dessen Dachgesellschaft dann eine Holding wäre.

Einen großen Interessenten gibt es schon. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, in Lufthansa zu investieren, dann würden wir das gern machen", hatte der Chef der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, Anfang Dezember gesagt.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
9,05
Differenz relativ
-6,76%

Aktie in Turbulenzen

Wer im Zuge der Air-Berlin-Übernahme Aktien der Lufthansa gekauft hatte, dürfte unzufrieden sein. Denn von dem Anfang 2018 erreichten Rekordhoch von 31,26 Euro hat sich die Aktie seither immer weiter entfernt.

Gehörte das Papier schon 2018 mit einem Minus von rund 36 Prozent zu den großen Verlierern im Dax, wurde der Kursverlust von bisher etwas mehr als 16 Prozent im Jahr 2019 im Leitindex nur noch von der Aktie von Wirecard übertroffen. Nach den jüngsten Verlusten ist die Lufthansa an der Börse nur noch knapp acht Milliarden Euro wert.

Was sagen die Experten? Von den 17 Analysten im dpa-AFX Analyzer, die ihre Einstufungen seit der Gewinnwarnung im Sommer aktualisiert haben, empfiehlt etwa die Hälfte, die Aktie zu halten. Jeweils vier raten zum Kauf und Verkauf.

Im Schnitt trauen sie dem Papier einen Kurs von rund 16,60 Euro zu und liegen damit praktisch auf Höhe des jüngsten Börsenkurses. Alle Experten halten es für illusorisch, dass die Aktie in absehbarer Zeit wieder in die Nähe ihres Rekordhochs kommt. Selbst die optimistischen Analysten liegen mit ihren Kurszielen rund ein Drittel unterhalb des Höchstkurses von Anfang 2018.

ts/dpa-AFX

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Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926

Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926
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