Wolke in Eurozeichen-Form und viele Flugzeuge am Himmel
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Luftfahrtverband IATA warnt Airlines droht Gewinneinbruch

Stand: 02.06.2019, 14:10 Uhr

Steigende Kosten, sinkendes Frachtaufkommen und geringere Wachstumsraten im Passagierverkehr: der Luftfahrtbranche droht in diesem Jahr ein Gewinnrückgang, warnen die Verbandsvertreter der IATA. Doch es gibt auch einen Lichtblick.

War der Weltluftfahrtverband IATA vor sechs Monaten noch von steigenden Gewinnen ausgegangen, rechnet er in seiner jüngsten Prognose mit einem branchenweiten Rückgang. "Das Geschäftsumfeld für die Airlines hat sich angesichts steigender Treibstoffkosten und eines schwächeren Welthandels verschlechtert", teilte IATA-Chef Alexandre de Juniac auf seiner 75. Generalversammlung mit.

So dürfte der Luftfrachtverkehr in diesem Jahr voraussichtlich überhaupt nicht wachsen, sagte der IATA-Chefökonom, Brian Pearce. Beim Reiseverkehr können die Airlines mit einem Anstieg um fünf Prozent rechnen. Das ist deutlich weniger als der Trend der vergangenen Jahre.

In allen Bereichen unter Druck

2018 wurde die Passagiernachfrage den Angaben zufolge von den aufstrebenden Schwellenländern angetrieben, allen voran Indien mit einem Wachstum um 18,9 Prozent und gefolgt von China mit 12,1 Prozent.

In diesem Jahr dürfte der Gewinn der Branche auf 28 Milliarden Dollar sinken, zwei Milliarden weniger als 2018. Im Dezember hatte der Verband noch einen Anstieg auf 35,5 Milliarden Dollar erwartet. Damit werde die Luftfahrtbranche zwar das zehnte Jahr in Folge wieder Gewinne verzeichnen, doch sprach der Verband, der auch durch die wachsenden Forderungen nach einer Reduzierung der Emissionen zunehmend unter Druck gerät, von einem Kostenanstieg "in allen Bereichen, inklusive Arbeit, Treibstoff und Infrastruktur". Diese Entwicklung drücke auf die Gewinnspannen.

Boeing 737 Max und steigende Kerosinpreise

Für Verunsicherung sorgt dem Verband zufolge auch die Stilllegung der Boeing 737 Max-Flugzeuge und niemand wagt eine Prognose, ob die amerikanische Flugaufsicht FAA noch in diesem Jahr den Maschinen eine Starterlaubnis erteilen wird. Die größte Belastung für die Airlines sind jedoch die steigenden Ölpreise. Für Kerosin müssen die IATA-Mitglieder mit Gesamtausgaben von 206 Milliarden Dollar rechnen - 15 Prozent mehr als 2018 und satte 38 Prozent mehr als 2017.

Als großes Risiko für die Luftverkehrsbranche gelten zudem die Handelsstreitigkeiten. "Die Abschwächung des Welthandels wird sich vermutlich fortsetzen, weil der Handelskonflikt zwischen den USA und China sich intensiviert", hieß es. Das wirke sich zwar zu allererst auf das Luftfrachtgeschäft aus, aber auch der Luftreiserverkehr dürfte nicht schadlos davonkommen.

Entwicklung der Passagierzahlen bis 2036

Entwicklung der Passagierzahlen bis 2036. | Bildquelle: IATA, Grafik: boerse.ARD.de

Besser gewappnet als früher

Allerdings sieht sich die Branche laut IATA besser gegen Auswirkungen von Handelskrisen gewappnet als früher. "Die gute Nachricht ist, die Airlines haben den Boom-und-Bust-Zyklus gebrochen", sagte Generaldirektor de Juniac. Ein Rückgang des Handels werde die Luftverkehrsindustrie nicht zugleich in eine tiefe Krise mitreißen, zeigte sich der Franzose zuversichtlich.

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