Wissenschaftler bei einem Laserversuch

Rückkehr in die schwarzen Zahlen LPKF schafft die Wende

Stand: 26.03.2018, 09:13 Uhr

Nach zwei Verlustjahren hat der angeschlagene Laserspezialist LPKF 2017 endlich wieder schwarze Zahlen geschrieben. Vor allem das Solargeschäft läuft gut. Die Anleger reagieren erleichtert.

Die LPKF-Aktionäre haben harte Zeiten hinter sich. Anfang 2014 notierten die Papiere des Maschinenbauers noch bei über 20 Euro. Seither hat sich der Kurs mehr als halbiert. Mehrfach korrigierte LPKF seine Jahresprognosen und verlor das Vertrauen bei Investoren.

Aktie springt nach oben

Nun aber scheint sich die Aktie allmählich zu stabilisieren bei um die acht Euro. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Titel sogar leicht zugelegt. Am Montagmorgen ziehen die LPKF-Aktien um rund drei Prozent an.

Im vergangenen Jahr ist endlich der Turn-Around gelungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei vier Millionen Euro. Unterm Strich verdiente LPKF 1,2 Millionen Euro. 2016 hatte es noch einen Verlust von 8,8 Millionen Euro gegeben. Auch die Ebit-Marge war 2017 positiv mit 3,9 Prozent.

Zweistelliges Umsatz-Wachstum

Das frühere TecDax-Unternehmen aus Garbsen bei Hannover steigerte den Umsatz um zwölf Prozent auf 102,1 Millionen Euro und übertraf seine eigenen Prognosen. Der größte Wachstumstreiber war das Geschäft mit Systemen für die Strukturierung von Dünnschichtsolarzellen mit einem Plus von 48 Prozent. Der Auftragsbestand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf 38,8 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr zeigt sich der Vorstand verhalten zuversichtlich, rechnet aber nicht mit zweistelligen Zuwachsraten. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 103 bis 109 Millionen Euro angepeilt. Im Fokus stehe die Verbesserung der Profitabilität, betonte Vorstandssprecher Kai Bentz. Die Ebit-Marge soll bis sechs Prozent anziehen.

Chefwechsel ab Mai

Neuen Schwung soll Götz Bendele bringen. Der 47-jährige Physiker wird im Mai neuer LPKF-Chef. Bendele verantwortete zuletzt bei Infosys das Beratungsgeschäft bei Technologieunternehmen in den USA. Zuvor leitete er das europäische Solargeschäft des Chipherstellers TSMC.

LPKF hatte einst mit seinem LDS-Verfahren – der Laser-Direktstrukturierung – den Markt revolutioniert. Mit dem Verfahren war es möglich, Laserplatten auf Kunststoff zu drucken - unabhängig von dessen Form oder Größe. Vor allem Smartphone-Hersteller nutzten die LPKF-Maschinen, mit denen sie Antennen direkt auf winzigen Chips unterbringen konnten. Doch der Boom ebbte allmählich ab, der Markt im LDS-Geschäft war gesättigt.

Opfer des eigenen Erfolgs

Ab 2015 brachen die Aufträge ein, der Umsatz schrumpfte, es gab vier Gewinnwarnungen binnen 18 Monaten. Der Aktienkurs brach um rund 50 Prozent ein. Der Laserspezialist reagierte und setzt inzwischen stärker auf Produkte für die Solarbranche und Technologien zum Bohren und Schneiden von Glas für die Chip- und Display-Produktion. Das zahlt sich nun allmählich aus.

nb