Börsenfusion

London Stock Exchange LSE

LSE verkauft Pariser Tochter Londoner Börse macht sich schlank

Stand: 03.01.2017, 09:37 Uhr

Zu viel Gewicht ist nie gut, zu viel Marktgewicht behindert den Wettbewerb und ist den Behörden daher ein Dorn im Auge. Daher wirft de Londoner Börse (LSE) jetzt Ballast ab und verkauft ihre Pariser Clearing-Tochter - um schlank genug zu sein für die Ehe mit der Deutschen Börse.

Es ist die Basis für den geplanten Zusammenschluss mit der Deutschen Börse: Die London Stock Exchange (LSE) verkauft ihre Pariser Abrechnungs- und Abwicklungstochter LCH Clearnet an den Konkurrenten Euronext. Das teilten LSE und Deutsche Börse am Dienstag mit.

Es ist natürlich kein Verkauf ohne Wenn und Aber: Eine wesentliche Bedingung für die Transaktion ist natürlich, dass die Ehe zwischen LSE und Deutscher Börse auch wirklich zustande kommt.

Zu groß, zu mächtig

Mit dem Verkauf von Clearnet tragen die Briten ihren Teil zum Gelingen der Fusion bei. Vor allem wollen sie die Bedenken der Brüsseler Wettbewerbshüter zerstreuen, dass Deutsche Börse und LSE gemeinsam zu große Marktmacht erlangen. Schließlich schmieden sie den mit Abstand größten europäischen Börsenbetreiber.

Die Behörden haben die Sorge, dass etwa durch die Zusammenlegung der Clearinghäuser der beteiligten Unternehmen zum Beispiel bei Anleihegeschäften der Wettbewerb ausgeschaltet werden könnte. Clearinghäuser sind zwischen den Vertragsparteien einer Börsen-Transaktion angesiedelt; sie sichern das gegenseitige Ausfallrisiko, springen also ein, wenn am billionenschweren Derivatemarkt ein Handelspartner ausfällt. So sollen Transparenz und Sicherheit des Finanzsystems erhöht werden.

Mit dem Verkauf einer Clearing-Tochter will man also die Wettbewerbshüter milde stimmen für die gut 25 Milliarden Euro schwere Fusion. Aber auch Frankreich: Das Land fürchtet einen übermächtigen Konzern, der einen Großteil der Finanzmarkt-Infrastruktur in Europa kontrollieren und die Euronext dadurch an den Rand drücken könnte. Mit der LSE-Clearingtochter kann die Euronext da eine Nummer größer auftreten.

Sollte die Fusion zwischen Deutscher Börse und LSE gelingen, geht LCH also für 510 Millionen Euro in bar an die Mehrländerbörse mit Sitz in Amsterdam. Die EU-Kommission muss dem Vorhaben aber noch zustimmen.

bs

1/10

Die größten Börsenbetreiber der Welt CME hat die Nase vorn [16.3.]

CME Group: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

CME Group