Aktien

Jetzt nochmal zum Mitschreiben Loewe-Aktie wertlos!

von Detlev Landmesser

Stand: 24.03.2014, 09:27 Uhr

Eigentlich könnte man dieselbe Geschichte jedes Jahr wieder schreiben - wird der Geschäftsbetrieb einer insolventen Gesellschaft übernommen, gehen die Aktionäre in aller Regel leer aus. So auch bei Loewe!

Am Montagmorgen schießt das Papier des insolventen fränkischen TV-Herstellers zweistellig in die Höhe - wer nun aber kauft, ist selber schuld. Denn die Aktie ist wertlos und soll bald von der Börse verschwinden!

Aktie meiden!

Warum das so ist? Wie der Mitteilung des Unternehmens zu entnehmen ist, reicht die Summe, die Stargate Capital für den Geschäftsbetrieb bezahlt, nicht aus, um sämtliche Insolvenzgläubiger vollständig zu befriedigen.

Gläubiger - also vor allem Beschäftigte, Zulieferer und Kreditgeber - werden aber immer vor den Eigentümern, also hier den Aktionären befriedigt. Schließlich haftet das von den Aktionären eingebrachte Kapital für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Loewe wird also überleben, die Loewe-Aktie nicht.

Im besten Fall bleibt eine solche Aktie als leeres Vehikel, auch Börsenmantel genannt, an der Börse zurück. In diesen Mantel könnte dann ein anderes Unternehmen schlüpfen, um sich die Kosten für einen Börsengang zu sparen - aber auch das ist hier nicht vorgesehen.

Asset Deal versus Share Deal

Man spricht bei dieser Art der Übernahme auch von einem Asset Deal in Abgrenzung zu einer klassischen Übernahme der Aktienmehrheit, einem Share Deal. Daher gibt es in diesem Fall auch kein Übernahmeangebot für die Aktien des Traditionsunternehmens.

Gleichwohl verleitet die Nachricht von einer "Rettung" oder "Übernahme" eines Unternehmens mit unerfreulicher Regelmäßigkeit uninformierte Anleger, die betreffende Aktie blind zu kaufen - wie auch am Montag wieder. Darauf folgt stets ein böses Erwachen - Fälle wie Praktiker, Thielert, Escada, Aleo oder Q-Cells lassen grüßen.

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