Screenshot eines Bildschirms für das Pilotentraining der U. S. Air Force am F-22 Raptor Kampfflugzeug von Lockheed Martin

Rendite mit Rüstung Lockheed Martin: Das Geschäft brummt

Stand: 29.01.2018, 14:39 Uhr

Die US-Steuerreform reißt zwar ein Loch in die Jahresbilanz des weltweit größten Rüstungskonzerns, insgesamt laufen die Geschäfte von Lockheed Martin aber prächtig. Und so wie es aussieht, dürfte das auch noch längere Zeit so bleiben.

Schließlich hat die Militärpolitik unter US-Präsident Donald Trump eine hohe Priorität. Das spiegelt sich auch in der geplanten Erhöhung des US-Verteidigungsetats wider: Im Jahr 2107 lag er noch bei etwa 600 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr soll der Militärhaushalt rund 700 Milliarden Dollar betragen. Das sind gute Nachrichten für die Rüstungsindustrie.

Und Lockheed Martin hat mit der Ausrüstung der US-Armee mit dem Kampfjet F-35 für rund 400 Milliarden Dollar das teuerste Rüstungsgeschäft in der Geschichte der USA im Programm. Der Betrieb bis zum Jahr 2070 soll insgesamt 1.200 Milliarden Dollar kosten. Laufende Einnahmen sind damit auf Jahrzehnte hinaus gesichert.

Analystenschätzungen übertroffen

Lockheed Martin: Multiple Launch Rocket System M270 (MLRS)

Lockheed Martin. | Bildquelle: Unternehmen

Aber auch die jüngste Vergangenheit verlief erfolgreich für die Rüstungsschmiede. Im Jahr 2017 erreichte der Umsatz rund 51 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es noch 47,2 Milliarden gewesen. Der Umsatz allein im vierten Quartal kletterte von 13,75 Milliarden Dollar auf 15,14 Milliarden. Analysten hatten lediglich mit Erlösen in Höhe von 14,73 Milliarden gerechnet. Im Segment Luftfahrt stiegen die Umsätze um zwölf Prozent, im Bereich Radaranlagen und Raketen sogar um 31 Prozent.

Auf den Gewinn wirkte sich die US-Steuerreform zunächst negativ aus. Lockheed erwartet eine einmalige Belastung von 1,2 Milliarden Dollar. Das führt im vierten Quartal zu einem Verlust von 642 Millionen Dollar. Ohne diesen einmaligen Effekt hätte der Gewinn je Aktie 4,3 Dollar betragen. Das ist nicht nur deutlich mehr als die 3,25 Dollar des Vorjahres, es übertrifft auch die Expertenschätzungen recht klar.

Anleger sind begeistert  

In den vergangenen zwölf Monaten legte die Aktie bereits um mehr als ein Drittel zu. Sie kostet derzeit mit rund 345 Dollar so viel wie nie zuvor. Vorbörslich wird das Papier mit einem Aufschlag von rund drei Prozent gehandelt. Ein frisches Rekordhoch im heutigen Handelsverlauf ist also ziemlich sicher. Auf Sicht von fünf Jahren beträgt das Plus von Lockheed mehr als 270 Prozent.

Zum Vergleich: Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum um rund 90 Prozent zu. Andere Rüstungskonzerne wie Raytheon und Northrop Grumman verbuchten sogar noch größere Kursgewinne als Lockheed. Man kann also festhalten, dass Rüstungsaktien in den vergangenen Jahren eine Sonderkonjunktur erleben. Und die neuen Pläne von Donald Trump dürften dafür sorgen, dass dieser Trend anhält.   

ts