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Bilanz vorgelegt Lindt & Sprüngli: Am besten im eigenen Laden

Stand: 06.03.2018, 11:44 Uhr

Obwohl der Umsatz auf dem weltgrößten Schokoladenmarkt USA gelitten hat, ist es dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli gelungen, sein Ergebnis weiter zu steigern - dank der gut laufenden eigenen Läden.

In den eigenen Geschäften erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer halben Milliarde Franken. Der Gesamtumsatz des Schokoladenherstellers lag bei rund vier Milliarden Franken. Der Gewinn des Schweizer Edelschokolade-Herstellers stieg dank guter Geschäfte vor allem in Deutschland und Grossbritannien um 7,8 Prozent auf 452,5 Millionen Franken, wie die für Lindor-Kugeln und Goldhasen bekannte Firma am Morgen mitteilte.

Die Aktionäre sollen eine höhere Dividende von 930 Franken pro Namensaktie erhalten, nach 880 Franken im Vorjahr. Bis Juli 2019 will das Unternehmen zudem Aktien und Partizipationsscheine in Höhe von 500 Millionen Franken zurückkaufen.

Schwaches Umsatzwachstum

Den Umsatz hatte der Konzern aus Kilchberg am Zürichsee bereits Mitte Januar mit 4,09 Milliarden Franken um 4,8 Prozent höher angegeben. Organisch wuchs die Gruppe um 3,7 Prozent, was unter den langfristigen Wachstumszielen liegt. Im Jahr davor waren diese mit einem Wachstum von 6,8 Prozent hingegen erfüllt worden. In Europa verzeichnete das Unternehmen 2017 einen Erlöszuwachs von 6,2 Prozent.

Während die Geschäfte in Ländern wie Brasilien, Südafrika, Japan, China und Russland gut liefen, ging der Umsatz in Nordamerika leicht zurück. Im laufenden Jahr sollen die Verkäufe organisch um rund fünf Prozent wachsen. Besonders die 2014 gekaufte US-Tochter Russell Stover habe gelitten, teilte das Unternehmen mit. Problem sei der schwächere Gesamtmarkt gewesen, ebenso wie Schwierigkeiten einzelner Handelspartner und die Neuausrichtung des Sortiments.

Schoggi-Gesetz kommt

Für Änderungen sorgt im kommenden Jahr auch das sogenannte "Schoggi-Gesetz". Danach darf Schweizer Schokolade auf den Weltmärkten nicht mehr subventioniert werden. Derzeit schützt die Schweiz die heimische Landwirtschaft durch hohe Importzölle etwa auf ausländische Importe wie Milch oder Getreide. Deren Preise sind in der Schweiz deshalb doppelt so hoch wie in der EU.

Damit aber Schokolade und andere Süßigkeiten international wettbewerbsfähig bleiben, wurden sie für den Export bislang subventioniert, mit etwa 95 Millionen Franken im Jahr. Das verbietet die Welthandelorganisation WTO nun. Damit die Delikatesse im Ausland nicht unbezahlbar wird, sorgt die Schweizer Regierung aber dafür, dass die Hersteller künftig günstiger an Milch kommen. "Wenn alles so funktioniert wie geplant, gehe ich nicht davon aus, dass die Schokoladenpreise steigen", sagte Urs Furrer, Präsident des Schokoladenverbandes Chocosuisse, der Deutschen-Presse-Agentur.

An der Börse kommen die Nachrichten nicht gut an. An der Zürcher Börse verliert die Lindt&Sprüngli-Aktie gut zwei Prozent - rund 1.400 Franken - auf zuletzt 66.500 Franken. Damit setzt sich der seit über einem Jahr andauernde Seitwärtstrend fort.

lg

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