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Linde - wie alles begann Geburtstag des Firmengründers

Carl von Linde

Carl von Linde, der Gründungsvater
Als Carl von Linde am 11. Juni 1842 im lutherisch-evangelischen Pfarrhaus von Berndorf in Oberfranken geboren wurde, war ihm keine Karriere als Wissenschaftler, Erfinder und erfolgreicher Unternehmer in die Wiege gelegt worden. Vielmehr hätte es sein Vater Friedrich gern gesehen, wenn ihm sein drittes von neun Kindern in den Beruf des Seelsorgers gefolgt wäre. Doch Linde kann seinen Vater davon überzeugen, an der führenden technischen Hochschule jener Zeit, dem Polytechnikum in Zürich, Maschinenbau studieren zu dürfen.

Linde - wie alles begann Geburtstag des Firmengründers

Carl von Linde

Carl von Linde, der Gründungsvater
Als Carl von Linde am 11. Juni 1842 im lutherisch-evangelischen Pfarrhaus von Berndorf in Oberfranken geboren wurde, war ihm keine Karriere als Wissenschaftler, Erfinder und erfolgreicher Unternehmer in die Wiege gelegt worden. Vielmehr hätte es sein Vater Friedrich gern gesehen, wenn ihm sein drittes von neun Kindern in den Beruf des Seelsorgers gefolgt wäre. Doch Linde kann seinen Vater davon überzeugen, an der führenden technischen Hochschule jener Zeit, dem Polytechnikum in Zürich, Maschinenbau studieren zu dürfen.

Carl von Linde ca. 1880

Carl von Linde gründet sein Unternehmen
Nach dem Studium und ersten beruflichen Erfahrungen bei den Lokomotivbauern Börsig in Berlin und Krauss & Co in München wird Linde am 24. Dezember 1872 zum ordentlichen Professor der Maschinenlehre ernannt. Doch das reichte dem umtriebigen Mann nicht.

Linde Kältemaschine

Linde erfindet die Kältemaschine
Linde tüftelte schon früh an einer neuen Technik zur Kühlung von Lebensmitteln. Heraus kam eine sogenannte Eismaschine. Sie stieß vor allem bei Bierbrauern auf großes Interesse, weil ihre Kühlung es ermöglichte, auch im Sommer Bier zu brauen. Angesichts des riesigen Erfolgs seiner Eismaschinen gründete Linde am 21. Juni 1879 zusammen mit anderen Unternehmern in Wiesbaden die Gesellschaft für Linde's Eismaschinen AG. Seinen Posten als Professor an der TU München gab er dafür auf.

Gesellschaft für Eismaschinen Hamburg

Der riesige Erfolg der Eismaschinen
Als im warmen Winter 1883/84 der Nachschub von Natureis ausblieb, fielen die letzten Vorbehalte hinsichtlich der Zuverlässigkeit künstlicher Kälte. Deshalb brach über die Gesellschaft Linde und die mit ihr kooperierenden Maschinenbauer eine „förmliche Sturmflut“ (v. Linde) von Aufträgen herein.

Linde-Kühlhaus in München

Brauereien lieben Lindes Kühltechnik
Bis zum Ende der 1880er Jahre rüstete die Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen 445 Brauereien mit 747 Kältemaschinen aus. Dank ganzjährig gesicherter Kühlung konnten die Brauereien nun auch im Sommer untergäriges Bier brauen und somit ihre Wirtschaftlichkeit deutlich steigern. Bis Ende 1929 verkaufte die Gesellschaft für Linde's Eismaschinen 6.599 Großkältemaschinen, davon 2.057 an Brauereien, und 1.865 für die Lebensmittelkühlung.

Luftverflüssigungsanlage

Die Luftverflüssigung wird zum zweiten Standbein
Durch die Beschäftigung mit der Kältetechnik stieß Carl von Linde auf die Möglichkeit, die Luft zu verflüssigen. Zunächst versuchte er es mit der "Fraktionierung“: Da Sauerstoff bei minus 183 Grad Celsius, Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius siedet, der Stickstoff also beim Erwärmen von flüssiger Luft um 13 Grad Celsius früher verdampft als Sauerstoff, kann der Stickstoff vom übrigen Gasgemisch getrennt – "fraktioniert“ – werden.

Patenturkunde Carl con Linde

Wirtschaftliche Verfahren brauchen Zeit
Doch bis zur Entwicklung eines wirtschaftlichen Verfahrens flüssiger Gase sollte es noch einige Jahre dauern. Bis 1910 entwickelte ein Team unter Federführung von Friedrich Linde, einem Sohn des Firmengründers, und Rudolf Wucherer, seinem Schwiegersohn, einen "Zweisäulenapparat“, der gleichzeitig reinen Sauerstoff und reinen Stickstoff zu niedrigeren Kosten lieferte.

Friedrich Linde

Friedrich Linde, die zweite Generation übernimmt
Der ältere der beiden Söhne Carl von Lindes baut die Gasverflüssigung und -zerlegung zur tragenden Säule der Gesellschaft aus und führt ab 1924 das gesamte Unternehmen als Vorstandsvorsitzender durch die turbulenten Zeiten der 1920er Jahre, der Nazizeit, des Zweiten Weltkriegs und des Wiederaufbaus
nach 1945.

IG Farben-Haus in Frankfurt

Dunkles Kapitel in der Nazizeit
Zu den dunklen Punkten in der Linde-Geschichte zählt die Verwicklung des Unternehmens in den Bau von Produktionsanlagen der IG Farben im Umfeld des Konzentrationslagers Auschwitz. Dort ließ die IG Farben von Insassen des KZ-Außenlagers Auschwitz II ab Frühjahr 1941 ein Werk zur Herstellung von synthetischem Kautschuk errichten, für das Linde vier Sauerstoff- und zwei Heliumanlagen baute und installierte.

Güldner Gabelstapler

Güldner Gabelstapler

Carl von Linde im Alter von 83 Jahren

Carl von Linde im Alter von 83 Jahren