Linde Group-Logo an der Münchener Zentrale

Kein zweistelliges Wachstum mehr möglich Linde senkt Prognose

Stand: 07.05.2020, 17:27 Uhr

Der weltgrößte Industriegase-Konzern Linde korrigierte am Donnerstag seine Prognose für das laufende Jahr nach unten. Der Dax-Konzern kann aber auf ein solides erstes Quartal zurückblicken.

Statt eines prozentual zweistelligen Gewinnwachstums je Aktie ist nach Angaben des Managements im besten Fall ein mittlerer bis hoher einstelliger Zuwachs zu erwarten - aber auch nur, wenn sich die Konjunktur schon Anfang des dritten Quartals wieder erholt. Verzögert sich die Erholung, rechnet Linde für 2020 allenfalls mit einem stagnierenden Gewinn, wenn nicht gar mit einem Rückgang. Der Dax-Titel gab zeitweise nach, drehte dann aber am Nachmittag ins Plus.

Erstes Quartal solide

Das erste Quartal verlief für den Konzern solide. Den Zahlen nach war die Krise nur in Asien deutlich spürbar. Dort ging der Umsatz um sechs Prozent zurück. Die weltweiten Erlöse sanken leicht von 7,08 Milliarden Dollar auf 6,739 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis fiel nach den ersten drei Monaten mit 1,4 Milliarden Dollar ganze elf Prozent höher aus als noch im Vorjahr. Vor allem dank Preiserhöhungen verbesserte sich die operative Marge kräftig von 17,7 auf 20,1 Prozent.

Investitionen werden heruntergefahren

Linde-CEO Steve Angel

Steve Angel, Linde. | Bildquelle: picture alliance/AP Images

"Linde ist mit einer widerstandsfähigen Bilanz und mit einem Auftragsbestand von zehn Milliarden Dollar ins Jahr gestartet", erklärte Vorstandschef Steve Angel. "Das alles wird uns in diesen unsicheren Zeiten nützlich sein." Um die Krise gut zu übersehen, drosselt Linde die für 2020 geplanten Investitionen um 400 Millionen auf drei bis vier Milliarden Dollar. Bei der Präsentation verwies Linde auf ungenutzte Kreditlinien von mehr als fünf Milliarden Dollar.

ms/rtr