Linde Praxair
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Fortschritte in Amerika Linde-Praxair-Fusion kommt voran

Stand: 16.10.2018, 08:45 Uhr

Eigentlich geht es "nur noch" um die Genehmigung der Fusion zwischen Linde und Praxair in Amerika. Beim zähen Kampf mit der US-Wettbewerbsbehörde scheint es jetzt aber voran zu gehen. Muss es auch, denn die Zeit drängt.

Aus rechtlichen Gründen muss die Fusion zwischen Dax-Mitglied Linde und der amerikanischen Praxair nämlich bis zum 24. Oktober in trockenen Tüchern sein. Sonst scheitert der ganze Deal, bei dem der größte Industriegasehersteller der Welt entstehen soll.

Knackpunkt ist bisher die fehlende Zustimmung der amerikanischen Wettbewerbsbehörde FTC. Diese verlangt umfangreiche Verkäufe bestehender Geschäfstteile, damit die fusionierte Linde-Praxair nicht eine zu große Marktmacht auf dem US-Markt bekommt.

Einigung auf Arbeitsebene

Dem Münchener Konzern ist es nun offensichtlich gelungen, zumindest auf Arbeitsebene mit der FTC zu einer Einigung zu kommen. Was bedeutet, dass die zuständigen Leiter der Behörde (Commissioner) noch zustimmen müssen, wie der Konzern am Abend in einer Adhoc-Mitteilung bekannt gab.

Ein wichtiger Schritt auf einem bisher dornigen Fusionsweg. Sollte die FTC endgültig zustimmen, steht noch die Genehmigung der EU-Kommission zum Erwerb des europäischen Praxair-Geschäfts durch einen japanischen Käufer aus. Grundsätzlich hat die Kommission dem Deal aber schon zugestimmt.

Prüfung auf der Zielgeraden

Trotz der von Linde verkündeten Einigung bleibt aber ein Restrisiko. Wie der amerikanische Informationsdienst "Capital Forum" am Montag berichtete, prüfen die Comissioner insbesondere, wie sich der deutsche Konkurrent Messer bisher in Kartellfällen verhalten hat. Messer übernimmt von Linde fast das gesamte Amerika-Geschäft und hat sich mit dem Finanzinvestor CVC zusammengetan, um an den US-Markt zurückzukehren.

Offensichtlich haben Linde und Praxair mehr Umsatz abgegeben, als die 3,7 Milliarden Euro, die als Schmerzgrenze vereinbart worden waren. Das Gewinnziel und die Einsparungen von einer Milliarde Euro sind aber wohl nicht in Gefahr. Weitgehende Zugeständnisse an die US-Behörde waren schon vorher durchgesickert.

Aneleger setzen auf eine erfolgreiche Fusion

Auch die Börse geht von einem Erfolg der Transaktion aus, denn die zum Umtausch vorgesehene Linde-Aktie behauptet sich stabil über der Kursmarke von 200 Euro. Das war nicht immer so. Als im Frühjahr Zweifel aufkamen, war das Papier nach untern durchgereicht worden bis auf Kurse von gut 165 Euro.

rm

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