Linde Group-Logo an der Münchener Zentrale
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Erforderliche Umtauschquote erreicht Linde-Aktionäre machen Weg für die Fusion frei

Stand: 08.11.2017, 16:25 Uhr

Der Münchner Gasekonzern hat die vorletzte Hürde auf dem Weg zur Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair überwunden. Mehr als die nötigen 74 Prozent der Linde-Aktionäre haben ihre Papiere zum Umtausch eingereicht.

Diese Schwelle hatten beide Konzerne als Mindestziel anvisiert. Bei einer Umtauschquote unter 74 Prozent hätten der neuen Linde plc mit Sitz in Irland höhere Steuern gedroht, wodurch die Fusion doch noch hätte scheitern können, wie Linde-Chef Aldo Belloni kürzlich erklärt hatte. Ab einer Umtauschquote von 75 Prozent kann die Linde plc mit der alten Linde AG in München einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen.

Linde-Aktien ziehen an

Nach der Verkündigung der erreichten Umtauschquote zog die Linde-Aktie etwas an. Sie baute ihre Gewinne aus. Aktuell notiert sie noch 0,6 Prozent im Plus.

Die restlichen Linde-Aktionäre können ihre Aktien jetzt noch in einer Nachfrist bis zum 21. November umtauschen. Weil Linde die selbst gesetzte Schwelle von 60 Prozent längst erreicht hat, haben die übrigen Aktionäre zwei weitere Wochen Zeit, ihre Papiere umzutauschen. Die Praxair-Aktionäre hatten der Fusion bereits auf einer Hauptversammlung mit großer Mehrheit zugestimmt.

Wettbewerbsbehörden haben jetzt das letzte Wort

Nun fehlt noch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Linde und Praxair machen sich auf Auflagen unter anderem aus Brüssel gefasst. Vor allem in Amerika gibt es Überschneidungen zwischen Linde und Praxair. Beide Konzerne wollen Unternehmensteile mit einem Umsatz von maximal 3,75 Milliarden Dollar verkaufen. Sie zeigen sich optimistisch, die Fusion im zweiten Halbjahr 2018 abzuschließen.

Linde und Praxair hatten ihren Zusammenschluss im Juni vereinbart. Als Weltmarktführer für Industriegase mit 66 Milliarden Euro Börsenwert, 80.000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Euro Umsatz erhofft sich der neue Konzern Synergien von mehr als einer Milliarde Euro. Das Unternehmen soll von Praxair-Chef Steve Angel aus den USA heraus geführt werden. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten.

nb